Scheinwerfer und ganz viel Bein: Berlinale Impressionen 2014

Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2014
Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2014

Was läuft einem vor die Linse, wenn man am Berlinale Palast einfach mal draufhält? Neben leckeren Fischbrötchen und schicken Damen in hohen Hacken gibt es hier vor allem bummelnde Touristen, entnervt in ihr Smartphone plärrende Journalisten und weniger schmackhaften Kabelsalat zu entdecken. Wer sagt denn, dass nur George Clooney gut aussieht? Fotografische Impressionen rund um den roten Teppich

Wer ein ech­ter Jour­na­list ist, muss bei den 64. In­ter­na­tio­na­len Film­fest­spie­len in Ber­lin vor allem war­ten kön­nen: auf Ge­or­ge Cloo­ney, Wes An­der­son, Uma Thur­man, Nick Cave, Chris­toph Waltz, Die­ter Kosslick, Han­nah Herz­sprung, Lou Ye, Diane Kru­ger, einen Be­cher Kaf­fee, Anke En­gel­ke, das nächs­te Ti­cket, den nächs­ten In­ter­view­ter­min, einen Ar­beits­tisch mit Wifi, den Be­ginn des nächs­ten Films, einen Platz am roten Tep­pich... zehn Tage un­er­träg­li­ches War­ten und trotz­dem ma­chen wir immer wie­der mit. 

Das kann man nur dank stünd­li­cher Kof­fe­in­bom­ben über­ste­hen. Des­we­gen sind die vie­len Cafés rund um den Ber­li­na­le Pa­last am Pots­da­mer Platz neben den Ki­no­sä­len un­se­re be­lieb­tes­ten Auf­ent­halts­or­te - auch wenn der Kaf­fee dort nicht immer so schön bärig wie an den Street Food-Stän­den daher kommt. 

Im Kino im Friedrichstadt Palast fühlt man sich fast wie am Broadway: in allen Farben schillernde Lichter, Berlinale-Limousinen und schickes Publikum, wohin das Auge blickt. 

Schnell zur nächs­ten Pre­mie­re: Da nicht alle Kinos di­rekt am Pots­da­mer Platz lie­gen, sind wir die meis­te Zeit am Ren­nen: Vom Ci­ne­star in den Fried­rich­stadt Pa­last, vom Eis­zeit­ki­no in den neu er­öff­ne­ten Zoo Pa­last. Ver­schnau­fen kann man da nur im Ki­no­ses­sel.

Be­son­ders schön ist es in den klei­nen Kinos. So zum Bei­spiel im Pas­sa­ge in Neu­kölln, in das es uns sonst we­ni­ger häu­fig ver­schlägt. Damit die Ber­li­ner Kiez­ki­nos auch zu ihrem Recht kom­men, haben die Ber­li­na­le-Ver­an­stal­ter sich etwas Be­son­de­res aus­ge­dacht: In der Reihe Ber­li­na­le goes Kiez wird jeden Tag ein an­de­res Kino vor­ge­stellt und be­sucht. 

Wenn der Hun­ger zwi­schen zwei Fil­men zu groß wird, blei­ben zum Glück noch die Street Food-Stän­de. Bei Glut & Späne gibt es viel Fisch, ge­sun­de Spros­sen und eine dicke Por­ti­on Ma­yon­nai­se. So zum Bei­spiel im "Hot Sal­mon Salad", der viele Ber­li­na­le-Be­su­cher durch die lan­gen Pau­sen ret­tet.

Sehen Stars wirk­lich nur von vorne gut aus? Je nach Be­kannt­heits­grad der Schau­spie­ler, die über den roten Tep­pich am Ber­li­na­le Pa­last de­fi­lie­ren, kann es auch ein­mal ganz leicht sein, sich einen Fo­to­gra­fen­platz zu er­strei­ten. Nach der Preis­ver­lei­hung am 15. Fe­bru­ar 2014 haben die meis­ten Stars Ber­lin aber schon den Rü­cken ge­kehrt.

Ab dem 17. Fe­bru­ar ist das Ge­tö­se und Ge­lär­me rund um den Ber­li­na­le Pa­last vor­bei. Der Pots­da­mer Platz wird wie­der in seine ka­pi­ta­lis­ti­sche, glä­ser­ne Ge­schäf­tig­keit ver­sin­ken, die dann aber nicht mehr von viel­far­bi­gen Bären, roten Tep­pi­chen und glit­zern­den Lich­ter­ket­ten ver­schö­nert wird. Zum Glück stimmt aber auch hier ein in Deutsch­land viel zi­tier­ter Fuß­bal­lera­pho­ris­mus: "Nach der Ber­li­na­le ist vor der Ber­li­na­le." 

CA­FE­BA­BEL BER­LIN BEI DER 64. BER­LI­NA­LE

Wir lie­ben Filme! Un­se­re täg­li­chen Up­dates be­kommt ihr di­rekt hier im Ma­ga­zin oder über Ber­lin.​Babel.​Blog und @Ca­fe­ba­bel­Ber­lin. Freut euch auf span­nen­de Film­kri­ti­ken, In­ter­views mit noch un­ent­deck­ten Stars und Schnapp­sch­nüs­se rund um den Ber­li­na­le Pa­last.