Ryanair nimmt Lissabon unter seine Fittiche

Artikel veröffentlicht am 27. August 2009
Artikel veröffentlicht am 27. August 2009

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Der Krieg in Irland um das zweite Referendum über den Vertrag von Lissabon geht weiter. Die Befürworter haben jetzt allerdings überraschende Schützenhilfe erhalten: Ryanair-Chef Micheal O’Leary schließt sich Seamus Heaney, U2 und Intel an, um die Iren zum „Ja“ zu bewegen.

Es scheint fast so, als ob ein „Ja“ zum Lissabon-Vertrag beim irischen Referendum im Oktober für all die verpflichtend sei, die unbedingt angesagt sein wollen. In den letzten Monaten wurde die Insel von einer Welle mehr oder minder berühmter Iren, die ihre Unterstützung für Europa ausdrückten, vollkommen überrollt. Die Reihen der Befürworter füllten sich mit preisgekrönten Schriftstellern, Rockstars, Fußballern und Wirtschaftsbossen. Da wollte auch Michael O’Leary, der Chef von Ryanair, nicht zurückstehen und hat nun öffentlich bekannt gegeben, dass er sich für ein „Ja“ einsetzen will. Damit befindet er sich in der Gefolgschaft des Intel-Konzerns, der am 20. August seine Unterstützung zusagte. Beide Firmen sind die Schlachtschiffe der einst schwachen irischen Wirtschaft und sind seit mehreren Jahren mit ihrer Kombination aus Innovation und der Hilfe ausländischer Investoren äußerst erfolgreich.

O’Leary macht aber nicht nur schöne Worte. Der clevere Stratege hat außerdem bekannt gegeben, dass er eine halbe Million Euro für seine Kampagne ausgeben wird. Davon sollen 200.000€ allein in Werbung in Tageszeitungen und im Internet fließen und 300.000€ für billigere Flugtickets verwendet werden. Der Preisnachlass soll unter anderem deutlich machen, dass es nicht zuletzt die EU-Gesetzgebung, die niedrigere Gebühren im Flugverkehr erst möglich gemacht hat, ist, der er die Gründung seiner Billig-Airline verdankt.

Doch der Wirtschaftsboss, der sich gerne im Rampenlicht zeigt, sparte nicht mit Kritik an der irischen Regierung: „Die erschreckende Misswirtschaft der Regierung unter Bertie Ahern hat Irland vollkommen unvorbereitet in die Wirtschaftskrise und die folgende Rezession, die Irland nur mit der Hilfe der EU meistern konnte, schlittern lassen“, meint O’Leary. „Der Unterschied zwischen Irland und Island liegt nicht in einem Buchstaben begründet, sondern in Irlands Mitgliedschaft in der EU und dem Segen des Euro.“