Riccardo Angoso zur Kosovofrage: "Von jetzt an können alle Staaten der Erde zerstört werden"

Artikel veröffentlicht am 16. Oktober 2008
Artikel veröffentlicht am 16. Oktober 2008
“Wochen nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo und seiner Anerkennung, wird die illegale, frevelhafte und ungesetzliche Entscheidung nun dem Europäischen Gerichtshof in Den Haag vorgelegt“. Der Spanier Riccardo Angoso ist Direktor der Revue Lecturas para el Debate und koordiniert die NGO Diálogo Europeo. Meinung.

Es ist ein großer Erfolg für die serbischen Behörden, die sich stets geweigert hatten, die Abspaltung eines Teils ihres Landes auf westlichen Druck hin zu akzeptieren. Die neuerliche Georgienkrise, provoziert durch die abenteuerliche und provokative Militäraktion einer Exekutive und getragen von den Eitelkeiten der Überlegenheit, einem hohen Maß an Chauvinismus und der Unterstützung der USA, scheint vielen europäischen Regierungsführern, als hätten sie die Büchse der Pandora geöffnet, die einen Bruch zwischen den Staaten mit fatalen Folgen bewirken könnte.

Russland hatte mit der Revision der Situation im Kaukasus gedroht - so zumindest hatte der “oberste Führer” Putin prophetisch wie hermetisch gewarnt. Und auch das verteufelte Serbien wird sich moralisch in seiner These [bezüglich der Unabhängigkeit des Kosovo] bestätigt fühlen. Es würde gezeigt, dass die Einseitigkeit einiger westlicher Mächte, aber vor allem der USA, ein launischer Akt ohne jegliche legale Basis war. Denn allzuoft standen die geostrategischen Interessen Washingtons im Mittelpunkt.

Obschon errettet durch die geographische und politische Ferne, erinnert dieser Einsatz doch stark an die Regentschaft Reagans, die - getragen von ihrem Streben, die prosowjetische Regierung zu stürzen - die Taliban unterstützte, bewaffnete und finanzierte. Sobald diese an der Macht gewesen wären, sollte dann der brudermörderische Krieg begonnen werden, der bis heute andauert und von Einigen albern und euphemistisch als “Kreuzzug gegen den Terror” bezeichnet wird.

Wer könnte jetzt die Albaner in Makedonien, Montenegro und Serbien noch aufhalten?

Aber, dass sich niemand täuscht: der nationalistische Hexensabbat, der über die verheerende Auswirkung der Anerkennung der separatistischen, albanokosovarischen Einrichtung entfesselt wurde, ist schon längst weder aufzuhalten noch zu reparieren. Wer könnte jetzt die Albaner in Makedonien, Montenegro und eben Serbien, wo noch immer eine bedeutende albanische Minderheit verbleibt, auf ihrem Weg aufhalten, ein Groß-Albanien zu konstruieren, so, wie sie es sich seit dem Fall des Kommunismus erträumten? Von jetzt an, mit den Mitteln des Terrors, der Unterstützung der USA und einer wohlkalkulierten und entworfenen Propaganda, können alle Staaten der Erde zerstört werden.