Revolution gefällig?

Artikel veröffentlicht am 8. Januar 2007
Artikel veröffentlicht am 8. Januar 2007

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Die Komödie „12:08, Östlich von Bukarest“ versucht das Geheimnis der rumänischen Revolution von 1989 zu lüften.

Iderescu ist Chef des Fernsehsenders der rumänischen Provinzstadt Vaslui, östlich von Bukarest. Da sich am 22. Dezember die rumänische Revolution und das Ende der kommunistischen Herrschaft Nicolae Ceaucescus zum 16. Mal jährt, plant er eine Sondersendung. Dabei wird er von Piscoci, einem etwas schrulligen Rentner und dem Geschichtsprofessor Manescu unterstützt.

Was passierte um 12:08 Uhr?

Die drei wollen in ihrer Sendung ein für allemal die die Frage klären, ob es denn in ihrer Stadt am 22. Dezember 1989 um 12:08 Uhr tatsächlich eine Revolution gab. Denn um diese Uhrzeit versucht e Ceaucescu aus Bukarest zu fliehen. Haben die Einwohner der Stadt sich nun vor oder nach 12:08 versammelt, um zu demonstrieren?

Ein Fotoaufnahme des Platzes, an dem die angebliche Revolution stattgefunden haben soll, dient als Kulisse. Mit ihrer Hilfe versetzen die Moderatoren die Zuschauer in jenen Dezembermorgen zurück, der die Geschichte Rumäniens grundlegend veränderte. Die drei wollen minutiös herausarbeiten, was sich an diesem Tag genau auf jenem Platz abspielte. Jeder Einzelne erlebte diesen historischen Moment völlig unterschiedlich, wie zahlreiche aberwitzige Telefonanrufe belegen, die live in die Sendung geschaltet werden.

Kleine Produktion mit großem Erfolg

"12:08, östlich von Bukarest" ist eine kleine Produktion, der man jedoch zwei Verdienste anerkennen muss. Erstens ein auf den Punkt gebrachtes Drehbuch, das den Film zu einem komischen Erlebnis macht und dem Publikum Lachsalven entlockt. Das ist hauptsächlich der skurrilen Verkettung der Umstände zu verdanken, die die drei Hauptdarsteller Mircea Andreescu, Ion Sapdaru und Teo Corban bis ins Absurdeste weiterspinnen. Dabei wird der Film umso komischer, je ernsthafter die drei an die Sache herangehen.

Zweitens: Dem Film gelingt es, Grenzen zu überschreiten. Bis heute war es unvorstellbar, dass sich eine rumänische Produktion mit kleinem Budget in zehn Länder verkauft und in Cannes koproduziert wird. Dort erhielt der Regisseur Corneliu Porumboiu auch die goldene Palme für den besten Debütfilm. Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises am 2. Dezember in Warschau war der Film für das beste Drehbuch nominiert, ging jedoch leer aus.

Trotz allen Bemühungen von Iderescu, Piscoci und Manescu, muss der Zuschauer am Schluss des Films weiter rätseln: Gab es nun am 22. Dezember 1989 eine Revolution in Rumänien oder nicht?

Der Film startet am 10. Januar 2007 in Frankreich und Belgien. Das Datum für den Filmstart in Deutschland ist nicht bekannt.