Queen Elizabeths (unzensierte) Weihnachtsansprache

Artikel veröffentlicht am 23. Dezember 2016
Artikel veröffentlicht am 23. Dezember 2016

Jedes Jahr am 1. Weihnachtsfeiertag hält Queen Elizabeth II eine Rede für ihre Untertanen im Vereinten Königreich und Commonwealth, in welcher sie die letzen 12 Monate reflektiert. Dieses Jahr hat cafébabel eine exklusive Kopie des ersten Entwurfs der Rede erhalten.

Wir versammeln uns jedes Jahr mit unseren Liebsten um den Weihnachtsbaum, um über das kommende Jahr zu sinnieren. Es gibt uns jedoch auch die Chance, das Jahr zu reflektieren, das gerade zu Ende geht.

Und wo wir gerade dabei sind, dieses verdammte Jahr kann nicht schnell genug zu einem Ende kommen. Vielleicht spricht der Sherry aus mir, aber aus meiner Sicht war 2016 von Anfang bis Ende ein einziger Scherbenhaufen.

Normalerweise ist diese Zeit des Jahres jene, um mit Freunden und Familie zusammenzukommen, um unserem Gebieter und Heiland John McClane zu frönen, im größten aller Weihnachtsfilme: Stirb Langsam. Aber dieses Jahr erinnert uns der Anblick Alan Rickmans als der schurkische Hans Gruber nur an das Dahinscheiden so vieler glänzender Persönlichkeiten, sowohl in Großbritannien als auch darüber hinaus. Gott weiß, wieso Philip und ich dieses Jahr bis jetzt überlebt haben. Die Bestrafung für den Brexit, möchte man meinen.

A propos: Es war mehr als bestürzend zu sehen, dass die Sun die Nachricht veröffentlichte, ich würde den Ausstieg aus der EU unterstützen, während ich noch nicht einmal zu meiner Meinung befragt worden war. Was könnte ich schon mit meinem griechischen Ehemann und meinen deutschen Vorfahren über die europäische Bürgerschaft wissen? Aber noch alarmierender waren jene, die bei der Verkündung des historischen Ergebnisses die 'Anderen' als "Verräter" und "Volksfeinde" verunglimpften. Ich habe schon einmal in meinem Leben diese Art von Politikern erleben müssen. Ich dachte nicht, dass ich sie noch einmal anhören müsste.

Wie einige von Ihnen wissen werden, empfange ich wöchentlich die Premierministerin im Buckingham Palace, um ihren Input der politischen Geschehnisse aus aller Welt zu erhalten. Es ist sehr erfrischend, einmal die Woche zur Abwechslung mal eine weitere Frau gegenüber sitzen zu haben, obwohl es ein bisschen viel sein mag, zwei ungewählte Staatsoberhäupter in einem Raum zu haben. Es könnte trotz allem schlimmer sein; schließlich könnte ich ja auch mit Boris Johnson sprechen. Oder, im gleichen Sinne, Donald Trump, dieser andere blonde Idiot, der unerklärlicherweise zu einer Persönlichkeit der internationalen Politik aufgestiegen ist. Zwischen den US-Wahlen und dieser dreckigen Angelegenheit mit Cameron und diesem Schwein, könnte man anfangen zu glauben, es sei schlauer, Charlie Brooker als neuen Königlichen Wahrsager zu engagieren.

Manche sagen, wenn es jemals einen Beweis gegeben hat, dass wir unseren amerikanischen Cousins ihre 200-jährige Unabhängigkeit aberkennen sollten, dann ist das sicherlich jetzt. Aber ich teile einige Gemeinsamkeiten mit Donald: wir haben beide ähnlichen Geschmack, was Einrichtung angeht, und ich habe einige Erfahrung mit Männern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, so ziemlich jedes Land der Welt zu beleidigen.

Der große Philosoph Monty Python sagte uns einst, "immer auf die Sonnenseite des Lebens" zu schauen. Aber während dieser langen, kalten, dunklen Winternächte und am Ende eines langen, kalten, dunklen Jahres sind diese Sonnenseiten immer schwerer zu finden. Wenigstens kann man The Crown auf Netflix gucken und daran erinnert werden, wie Philips Arsch vor 60 Jahren mal aussah.

Ich wünschen Ihnen allen Frohe Weihnachten.

Und hole mir jetzt einen Sherry.