Pleite? Tipps für paradiesische Ferien zu Hause

Artikel veröffentlicht am 19. August 2010
Artikel veröffentlicht am 19. August 2010
Wenn die Arbeit oder der Geldbeutel dich zwingen, zu Hause zu bleiben... Glückwunsch! Ja, richtig gelesen, Glückwunsch. Sehen wir’s positiv! Du bist den Urlaubsstaus entkommen, dem Übergepäck, den Schlangen vor der Strandbar und den Sicherheitsleuten am Flughafen.

Wie sagte schon der Schriftsteller und Philosoph Elbert Hubbard? “Niemand hat Urlaub notwendiger als derjenige, der gerade welchen hatte“. Du dagegen hast Glück. Du bist befreit vom Stress und der halben Nachbarschaft und hast eine ganze Stadt für dich zu entdecken.

Gut zu Fuß

Wirf alles über Bord und schau deine Umgebung mal mit anderen Augen an. Geh ohne Angst in eine Touristeninformation, frag nach Broschüren und mach dich auf, die Schätze zu entdecken, die zu finden du nie Zeit hattest und von denen du bisher nicht mal wusstest, dass sie gleich vor der Haustüre liegen. Spaziere gemütlich, bestaune die Architektur, besuche die Sehenswürdigkeiten, schlendere durch die Straßen der Stadtteile, die du sonst nie betrittst. Nutze die Gelegenheit, Museen und Ausstellungen zu besuchen, die dich am meisten interessieren. Außerdem verlängern viele Museen ihre Öffnungszeiten und bieten nächtliche Besuche an. Oder sie organisieren spezielle Aktivitäten, wie zum Beispiel das Guggenheim Museum in Bilbao: Dort gibt es am 24. und 27. August zwischen 23.00 und 2.00 Uhr eine Kombination aus Sonderbesuch der Ausstellungen und Jazzkonzerten. Ähnliche Aktionen finden sich in ganz Europa.

Überall gibt es Orte, um Ferien zu improvisieren

Unter freiem Himmel

Die Stadtverwaltungen in ganz Europa nutzen die derzeit angenehmen nächtlichen Temperaturen, um kulturelle Aktivitäten, wie Gratiskonzerte oder Sommerkino, unter freiem Himmel anzubieten. Die Pariser Cineasten verbringen die Nächte im Parc de la Villette und die Madrilenen lauschen den Konzerten der Veranstaltungsreihe Los Veranos de la Villa. Hier wird Kultur in lauen Sommernächten geboten.

Operation Bikini

Du bist ein Glückskind, wenn es in deinem Dorf oder deiner Stadt einen Strand gibt. Wenn nicht, hast du trotzdem Glück (haben wir nicht bereits festgestellt, dass man positiv denken muss?). Denn wer sagt denn, dass man einen Strand braucht, um sich in die Sonne zu legen? Flüsse, Seen oder Baggerseen können das perfekte Ziel für einen Ausflug aufs Land sein. Und im Gegensatz zum Sand verbrennst du dir im Gras nicht die Fußsohlen. Solltest du so etwas nicht in greifbarer Nähe haben… dann schaff dir dein eigenes Paradies zu Hause: Badeklamotten, Handtuch, Chillout Musik, Ventilator, Limonade und die Terrassentür oder das Fenster sperrangelweit geöffnet… Ah. Und vergiss nicht die Sonnencreme.

Home, sweet home

Beschäftigung für laue SommernächteNun hast du also entdeckt, dass dein Zuhause ein ausgezeichneter Platz sein kann, um sich in die Sonne zu legen. Wie wär’s, wenn wir noch die restlichen Möglichkeiten auskundschaften? Im Endeffekt ist das Wichtigste an den Ferien, sich zu entspannen, abzuschalten und das süße Nichtstun zu genießen. Möglich, dass die Badewanne nicht der ideale Ort ist, um Bahnen zu ziehen. Aber warum sich nicht in einem Sprudelbad entspannen? Ein gutes Buch und ein kühles Bier auf dem Balkon sind kein schlechter Ersatz für die Strandbar. Und um vom Sofa aus zu verreisen gibt es nichts besseres, als eine Schüssel Popcorn und einen guten Film. Manhattan, Ein Herz und eine Krone oder Amélie wären da zu empfehlen.

Und denk daran: Mit wenig auskommen heißt nicht, dass man dabei keinen Spaß haben kann. Staycation oder Ferien zu Hause sind ein soziales Phänomen in ganz Europa und der Sommer ist ein guter Zeitpunkt, um einmal das kennen und schätzen zu lernen, was wir direkt vor der Haustür haben, aber für das wir nie die Zeit finden.

Fotos: Küsse ©sandstep/flickr; Imrovisiertes Café ©stephanie ★/flickr; Kino in London ©John Mason/flickr