Pizza Punk: Wiens Kampf gegen die Gentrifizierung 

Artikel veröffentlicht am 22. Oktober 2014
Artikel veröffentlicht am 22. Oktober 2014

Winter 2011: ebenso wie viele andere europäische Großstädte ist auch Wien von der Gentrifizierung betroffen. Das heißt, die Mieter mit geringen Einnahmen, werden von den Reicheren aus dem Stadtkern verdrängt. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Sie hieß Pizzeria Anarchia in der Mühlfeldgasse 12. Kommt mit und schaut's euch an! Eine Videoreportage. 

Es ist schon eine Weile her, dass der 2. Bezirk in Wien der stille Zeuge einer ganz und gar extremen Aktion wurde. Von Sabotage bis hin zu Drohungen oder Einschüchterungsversuchen - die Besitzer schreckten vor nichts zurück, um die Anwohner aus ihren Wohnungen zu vertreiben und diese dann für einen weitaus höheren Preis vermieten zu können. Als letzten Versuch schlugen sie schließlich einer Gruppe Punks vor, ihr Haus unentgeldlich für mehr als ein Jahr zu besetzen, um so die Anwohner aus ihren vier Wänden zu vertreiben.

Aber als der Stichtag schließlich näher rückte, nahm das Ganze eine unerwartete Wendung. Die Punks entschieden sich schließlich dazu, zu bleiben und schlugen sich auf die Seite von Nada - die letzte Mieterin, die sich weigerte auszuziehen - und prangerten die Methoden der Vermieter an, die sich am Rande der Legalität bewegten. Die Mühlenfeldgasse 12 wurde innerhalb von drei Monaten ein Symbol für die Solidarität in Wien. Und erhielt dank seines Pizzaofens den Namen Pizzaria anarchia". Die 19 Hausbesetzer wurden schließlich im Juli 2014 mithilfe von 1700 Polizisten aus dem Haus geworfen.       

Celia und Mitl waren Teil der Pizzeria anarchia. Für cafébabel kehren sie noch einmal an den Ort zurück, den sie besetzt hielten und die sie tief beeindruckten.

Pizza Punk - Antoine Le Lay, 2014. 

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe EU-Topia in Wien. Mit freundlicher Unterstützung von: