Picasso im Bozar - Kind und Genie  

Artikel veröffentlicht am 22. Dezember 2016
Artikel veröffentlicht am 22. Dezember 2016

SOS: Dieser Artikel wurde weder von einem Editor überarbeitet noch in einer Gruppe veröffentlicht.

Bis zum 5. Januar 2017 können in einer Ausstellung im Museum Bozar in Brüssel die bildhauerischen Meisterleistungen Pablo Picassos bewundert werden. Die umfangreiche Ausstellung "Picasso Skulpturen" ist vielseitig und faszinierend. Dennoch bleibt eine Frage offen: Wie kann man das Interesse für die Skulpturen eines Künstlers wecken, der eigentlich für seine bildnerischen Werke bekannt ist?

Nach zwei Retrospektiven (2015 im MoMa in New York und dieses Jahr auch in Paris im Musée National Picasso-Paris), bietet das Bozar nun eine dritte Ausstellung, die den Skulpturen der Künstlerikone gewidmet ist. Die große Herausforderung, ein inhaltlich dichtes und interessantes Ensemble vorzustellen, ohne dabei die beiden Parallelausstellungen zu imitieren, wurde mit Bravour gemeistert. Unnötige Wiederholungen von abgedroschenen Klischees über den Künstler finden sich also nicht in der Ausstellung. Pablo überrascht uns immer wieder.

Picasso und Co.

Cécile Godefroy, eine der beiden Kuratorinnen weist uns bereits zu Beginn der Führung darauf hin, Picasso sei nicht auf akademischem Weg zur Bildhauerei gekommen, sondern aus eigenem Antrieb und als Autodidakt.

Eine fast kindliche Schaffenskraft, gemischt mit Humor und Picassos ganz eigener Leichtigkeit: Das ist der Mix, den man im Bozar findet. Abgesehen von dem Ausstellungsteil zum Thema Krieg, der Raum für engagierte Kunst schafft, ist „Picasso Skulpturen“ eine Ode an die Frau, die Liebe und die Kreativität in all ihren Formen.

Entscheidend ist das Konzept der Komplementarität aller Werke. Die Gemälde wirken auf ihre Weise perfekt zusammen und drücken somit aus, dass Kunst nicht spaltet, sondern eint: Die Werke ergänzen sich, wenden sich voneinander ab oder stehen sich gegenüber und heben so nicht die Unterschiede hervor, sondern vor allem die Einheitlichkeit.

Zweck dieser Ausstellung ist es, dem Besucher die Inspirationsquellen des Künstlers näher zu bringen, dazu gehören Werke der persönlichen Sammlung des Künstlers, die seine Arbeit direkt beeinflusst haben. Von der Vergangenheit inspiriert, entscheidet sich Picasso bewusst für einen Bruch mit den Konventionen.

Der Künstler als erfolgreicher Bastler        

Im Gegensatz zur Hoffnungslosigkeit der Guernica, die erst kürzlich angesichts der blutigen Gegenwart in Syrien von einem LINK portugiesischen Künstler neu interpretiert LINK wurde, lädt uns diese Ausstellung dazu ein, unsere kindliche Seite zu entdecken.

In den Jahren 1910-1920 befreit sich der Künstler von den Fesseln der noch sehr traditionellen Bildhauerei und baut Alltagsgegenstände in seine Skulpturen ein. Picasso verwendet Blech und Siebe oder bemalt gewöhnliche Vasen, um zu zeigen, dass seine Kunst vor allem instinktiv entsteht.

Eine ganz praktische Umsetzung von Picassos Grundsätzen wird das Bozar durch das Angebot einer Entdeckungstour mit der Familie ermöglichen. Die Kinder sollen so ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Falls Sie den jungen Besuchern in der Ausstellung begegnen, seien Sie aufmerksam - vielleicht befindet sich unter ihnen ein zukünftiger Künstler, dessen Werk eines Tages ein Vermögen wert sein wird.