Party, Champagner, Nostalgie

Artikel veröffentlicht am 12. April 2014
Artikel veröffentlicht am 12. April 2014

Frei­heit, Eti­ket­te, aus­ge­las­se­ne Party, Ele­ganz - das as­so­zi­ie­ren wir mit den Gol­de­nen 20ern. Elec­tro Swing Par­tys neh­men uns mit in diese Zeit zu­rück. Doch was macht die Faszination Ver­gan­gen­heit aus? Woher kommt der Trend zu Retro, Vintage und Co? 

Rote Lip­pen, ver­rauch­te Räume, Whis­key – das Bild aus­ge­las­se­ner Par­tys und einer sor­gen­frei­en Zeit der Gol­de­nen 20er fas­zi­niert die Men­schen. „Viel­leicht ist es eine Art Kurz­ur­laub aus dem All­tag, eine Art der Frei­heit,“ sagt Hela, Vo­ka­lis­tin der Elec­tro Swing Band Kiss me Yes­ter­day. Dazu kommt die Lust, sich zu ver­klei­den und für einen Abend lang in die Haut von je­man­dem an­de­rem zu schlüp­fen. Und dies gilt nicht nur für die 20er. Idole der Ver­gan­gen­heit - James Dean, Kurt Co­bain, Ma­ry­lin Mon­roe, Er­nest He­ming­way - haben Kult-Sta­tus. „Ich denke, dass wir nun in Zei­ten der Wie­der­ho­lung und Wie­der­auf­nah­me leben. Retro und Vin­ta­ge sind DIE Schlag­wör­ter,“ sagt Hela.  

Kiss me Yes­ter­day ver­bin­den den Swing mit elek­tro­ni­schen Beats. Für das Trio ist es eine span­nen­de Reise, das Ver­gan­ge­ne und das Jetzt zu kom­bi­nie­ren. In­spi­ra­ti­on gaben da Ella Fitz­ge­rald - the First Lady of Song-, Anita O’Day, Benny Good­man, Chick Webb und Duke El­ling­ton.

Was den My­thos der Gol­de­nen 20er aus­macht ist die Ver­bin­dung von Ele­ganz, Eti­ket­te und dem Ge­fühl end­lo­ser Frei­heit, ganz nach dem Motto: Raus aus star­ren Struk­tu­ren.

Der Erste Welt­krieg war so­eben zu Ende ge­gan­gen und die glo­ba­len Macht­kon­stel­la­tio­nen hat­ten sich voll­kom­men ver­scho­ben: Die USA war am Vor­marsch und misch­te die Ge­sell­schaft des alten Eu­ro­pas maß­geb­lich auf. Dies spie­gel­te sich etwa in der Mode wider: Kurz­haar­fri­su­ren und Hosen stell­ten das bis­he­ri­ge Frau­en­bild auf den Kopf. Neue Tänze wie Lindy Hop und Charles­ton boten mehr Frei­heit als viele Stan­dard­tän­ze. Der Swing war Un­ter­hal­tungs­mu­sik auf hohem Ni­veau, der mit „happy mood“ und Kraft mit­riss, wie Hela be­schreibt. 

Swing It!!!

Heute wird der Swing gerne mit elek­tro­ni­scher Musik kom­bi­niert. Diese Art der Party bie­tet will­kom­me­ne Ab­wechs­lung zu Mi­ni­mal, Tech­no und House. „Auf Elec­tro Swing Par­tys scherzt man, ge­nießt man, ver­setzt man sich zu­rück in eine an­de­re Zeit. Trotz­dem kann man zu Beats bis in die Mor­gen­stun­den ab­tan­zen“, sagt Hela.

Und wo könn­te eine sol­che Party einen bes­se­ren Rah­men fin­den, als in der Roten Bar im Volks­thea­ter in Wien. Fast jeden Monat lädt Swing It!!! hier zum Tanz zwi­schen rotem Satin, gro­ßen Kris­tall­lus­ter und gol­de­nem Stuck. So auch wie­der am 11. April. Thema war dies­mal das ver­ruch­te Chi­ca­go der 30er. „Die Pro­hi­bi­ti­on for­dert ihren Tri­but. Mafia Paten, Glücks­spie­ler, leich­te Mäd­chen und ver­rück­te Nacht­schwär­mer ver­gnü­gen sich in der dunk­len Un­ter­welt,“ heißt es in der Be­schrei­bung auf der Ver­an­stal­tungs­sei­te.

Hem­den, Ho­sen­trä­ger, Flie­gen, Fran­sen­klei­der, Haar­bän­der, roter Lip­pen­stift – in Scha­le ge­wor­fen tan­zen die Gäste zu den Klän­gen von Jus­tin Fidèle, Louie Prima, The Carl­son Duo, Tony Ma­ro­ni – Ele­kro-Swing DJs aus Wien und Ber­lin - und dem Sa­xo­phon von Cab Ca­na­varal.

"Die Lo­ca­ti­on, Musik, Men­schen haben sich ir­gend­wie für mich echt zu einem stim­mi­gen Gan­zen ver­schmol­zen und ich hatte ein­fach so Spaß am Tan­zen!" sagt Da­nie­la, als sie am Sams­tag­mor­gen die Rote Bar ver­ließ. 

Nächste Veranstaltungen:

Swing It!!! Lounge: 26.4. Rote Bar

Kiss me Yesterday: 25.4. Fléva Club Brno, 26.4. Cross Club Prag, 16.5. Cupcakes Wien