Paolo Di Napoli: der Maestro des italienischen Umweltschutzes

Artikel veröffentlicht am 12. Dezember 2015
Artikel veröffentlicht am 12. Dezember 2015

Wissenschaft und Zusammenarbeit, Umwelterziehung und praktische Fertigkeiten. So heißen die Zutaten von Humake.it für ein nachhaltiges Leben, im Einklang mit der Natur und ihren Ressourcen. Wir haben Paolo Di Napoli, den kreativen Gründer und Umwelt-Handwerker von Humake.it, getroffen.

Ich begegne Paolo Di Napoli im Officine Creative Cecchi Point von Turin, einem Ort für kreative Köpfe. Genau hier wollte Paolo sein Projekt, Humake.it, aufziehen. Von der Stadt gehe eine „Antriebskraft für Veränderungen von unten“ aus.

10 Jahre hat Paolo an verschiedenen Universitäten in Europa geforscht, bis er sich dazu entschlossen, sich fortan nur noch seinen Hauptinteressen zu widmen: Unterrichten und Handwerken. Auf der Suche nach innerer Ausgeglichenheit und Zufriedenheit hat er sich zum Ziel gemacht, einen Job auszuüben, bei dem er keine Abstriche mehr machen muss. Um nachhaltig zu leben und zu handeln, bedarf es einer Harmonie und Ausgewogenheit, meint Paolo.

You make it

Im Jahr 2014 ist Humake.it an den Start gegangen. Seitdem organisiert Paolo zahlreiche Umwelt-Workshops mit Materialien, die uns im Alltag begleiten. Schulklassen, Unternehmer und Künstler nehmen an diesen Ateliers teil, in denen der Lebenszyklus von Produkten thematisiert wird und Recyclinghöfe im kleinen Maßstab nachgebaut werden.

Das Kollektiv zählt fünf Personen, die alle um die 35 Jahre alt sind und aus ganz unterschiedlichen Berufsrichtungen kommen. Gemeinsam teilen sie die Leidenschaft für handwerkliche Tätigkeiten. Sie sehen in ihnen eine Ausdrucksform und die Möglichkeit, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Außerdem liegt ihnen Nachhaltigkeit am Herzen, sowohl bei der Arbeit, als auch bei der Umsetzung von persönlichen Projekten. Humake.it umwirbt eine grünere Lebensweise.

Hier ein Video zu einem Workshop, der von Humake.it in Schulen angeboten wird. (Twin Pixel Video/Vimeo)

Worin liegt die Besonderheit?

Die Werkzeuge, die Paolo und sein Team für ihr Projekt benutzen, basieren auf einer ausgefeilten Technologie: ein zugängliches System mit sozialer Dimension. Alles muss klar, leicht verständlich und nachahmbar sein. Recherchen haben außerdem ergeben, dass ein Quartiershaus (Casa del quartiere) positiven Einfluss auf den Erfolg des Projekts nimmt. Zusammenarbeit heißt das Zauberwort. Das verstärkt den lokalen Austausch und die Öffnung für Neues. Humake.it arbeitet mit den Nutzern an einem Ko-Konzept, das jedem einen individuellen Fahrplan vorschlägt.

Humake.it setzt sich für einen schonenden Umgang mit Ressourcen ein und dafür, dass der Mensch Materialien und Rohstoffe buchstäblich wieder wertschätzt. „Gegenstände habe ihren eigenen Lebenskreislauf und es ist wichtig, dass wir jede einzelne Phase nachvollziehen.“, erklärt Paolo.​

„Meine angeborene Leidenschaft für eine Harmonie zwischen Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft war es, die aus mir einen Aktivisten gemacht hat. Die Natur und der Mensch können und müssen miteinander sprechen, um in Harmonie miteinander zu leben. Diese Utopie gründet nicht in der Technologie, sondern in der Art und Weise, wie wir Menschen erziehen, diese Technologie zu benutzen.“, fügt Paolo hinzu.

Problem beim Schopf packen

Von unten muss man anfangen zu handeln. Nur dann ist es möglich zirkulär zu wirtschaften, nachhaltiger zu leben und Umweltprobleme zu lösen. Junge Leute spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie sind in der Lage Menschen die Augen zu öffnen und ihnen einen alternativen Lebensstil aufzuzeigen. 

Paolo ist optimistisch und hofft, dass sich die Vertreter der Vereinten Nationen mit vereinten Kräften für das Klima auf der  COP21  einsetzen werden. Nichtsdestotrotz ist er der Auffassung, dass der wichtigste Dialog an anderer Stelle geführt wird, und zwar zwischen der politischen Klasse und den nicht-staatlichen Organisationen. Eine Mischung aus top-down und buttom-up ist für Paolo die ideale Kombination, um eine Plattform für Debatten und konstruktive Kritik zu etablieren.+++

Dieses Porträt ist Teil unseres cafébabel-Projekts #21faces im Rahmen der Weltklimakonferenz COP21 in Paris.

Dieser Artikel wurde von cafébabel Torino veröffentlicht.