Ourvision in Helsinki - Talente am Nordpol

Artikel veröffentlicht am 20. Mai 2008
Artikel veröffentlicht am 20. Mai 2008
Schmales Budget und Amateursänger: Ein musikalischer Wettstreit der anderen Art für Menschen, die in Finnland leben, aber nicht von dort stammen.

Aus Kuba oder Indonesien, aus Estland oder Somalia und von überall dazwischen. Multikulti weltweit trifft sich zum zweiten Mal beim Liederwettbewerb Ourvision in Helsinki. "Wir wollen, dass Amateurkünstler mit Migrationshintergrund ihre Talente zeigen können und so die finnische Musikszene bereichern", erklärt Kitari Mayele. Er ist der Produktionsleiter der Veranstaltung, die vom "Zentrum für internationale Kultur“ in Caisa organisiert wird.

Das erste Mal fand der Wettbewerb im Jahr 2007 statt. Damals richtete das finnische Helsinki den Eurovision Song Contest aus. Neben der Unterstützung für diesen Wettkampf sollte die ganze Welt erfahren, "was für Chancen in der Vielfalt liegen". Die finnischen Kostümrocker von Lordi hatten ein Jahr zuvor in Athen den Wettkampf gewonnen. Finnland hatte sich nur geringe Chancen ausgerechnet. Aber dann kam alles ganz anders.

Rhythmen aus der ganzen Welt

©ourvision.fiJe nach Herkunft treten die Teilnehmer in verschiedenen Sparten gegeneinander an. Die Beiträge reichen von türkischen Arabesken und russischer Folklore bis zu amerikanischen Hits und Reggae-Rhythmen aus Südamerika. "Obwohl wir die Teilnehmer dazu ermutigen, in ihrer Muttersprache zu singen, ziehen die meisten Englisch oder Französisch vor. Sie gehören einfach einer anderen Generation an und stecken im Sog dieses Trends", kommentiert Mayele.

Die Teilnehmer steigen in den einzelnen Sparten bis zur Endausscheidung auf. Hier treten dann die besten Sänger aller Vorrunden gegeneinander an und kämpfen um Ruhm und Reichtum - einen Plattenvertrag und 2.500 Euro. "Über den Sieg entscheiden neben der Stimme und der Gesangstechnik auch die Ausstrahlung auf der Bühne und die mögliche Professionalität."

Besser als Superstars

Der Ourvision-Musikwettbewerb kommt nach wie vor gut an. "Die Reaktionen waren ein echter Ansporn", gesteht Mayele. "Manchmal hören wir sogar, dass den Leuten 'Ourvision' besser gefällt als die Suche nach dem Superstar, eben weil es echter ist. Aus Finnland haben wir Dankbriefe bekommen. Das zeigt doch, wie gern die Menschen es sehen, wenn eingewanderte Künstler ihre Talente zeigen." Die Zeit der internationalen Liederwettbewerbe ist noch nicht vorbei: Ourvision beweist es.