Oettingers Hochzeit mit Petry und ein Todesfall

Artikel veröffentlicht am 17. Februar 2016
Artikel veröffentlicht am 17. Februar 2016

„Notfalls mit Waffengewalt“, hatte AfD-Chefin Frauke Petry vor einigen Wochen angekündigt, um deutsche Grenzen vor bösen Flüchtlingsschwärmen zu schützen. Der deutsche EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat jetzt zurückgefeuert. Da haben sich zwei gefunden...

Man hätte meinen können, unserem lieben guten Digitalkommissar Günther Oettinger seien die Hormone durchgegangen, als er vor einigen Tagen auf der in Berlin von Microsoft organisierten Podiumsdiskussion folgenden Satz in Bezug auf AfD-Chefin Frauke Petry herausposaunte: „Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen.“

Nun ist Herr Oettinger ja durchaus bekannt dafür, dass er gern mal den ein oder anderen Kommentar unter der Gürtellinie platziert. Ihm sei es diesmal aber, so berichtigte er in einem Folge-Tweet, ja vor allem um die Aussage von @FraukePetry gegangen, Schusswaffen an Grenzen gegen Flüchtlinge einzusetzen. „Aussage ist Schande." Komisch, dass er in seiner Ursprungsversion spontan den heiligen Bund der Ehe mit Petry eingegangen ist. Auch das ist ganz schön fragwürdig.

Der von Oettinger proklamierte Ehehafen mit der Chefin der deutschen Rechtspopulisten hat deshalb spontan einige Wellen im Netz geschlagen. Insbesondere Petry antwortete im Handumdrehen: „Herr Oettinger, Ihr Kopfkino ist unappetitlich. Ich frage mich, was Ihre Frau wohl dazu sagt.“

Unter der Haube, in der Falle

Man mag Petry politisch als "Schande" empfinden. Immerhin hatte sich die Parteichefin der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland in jüngster Vergangenheit für den Einsatz von Schusswaffen zur Grenzsicherung vor Flüchtlingen ausgesprochen. Über ihre Qualitäten als Ehefrau können (und sollten) wir an Ort und Stelle aber nur spekulieren. Dass Günther Oettinger Petry sprichwörtlich unter die Haube bringt - im Mittelalter war diese das Symbol der verheirateten Frau - ist schlichtweg... mittelalterlich.

Tra moglie e marito non mettere il dito“ - zwischen Ehefrau und -mann sollte man lieber keinen Keil treiben, sagen die Italiener. Hätte Oettinger den Rat besser mal befolgt, denn prompt erhielt unser EU-Digi-Kommissar auch böse Tweets von Petrys Göttergatten, dem nordrhein-westfälischen AfD-Landeschef, Marcus Pretzell. Wieder mal ging es um Oettingers Sprachkenntnisse: Er schieße, wie er Englisch spreche. Eher bescheiden also. 

Dann versuchen wir's eben mit Polnisch: In Polen sagt man "Cnotliwa kobieta nie goni za mężem, bo kto widział, by pułapka goniła mysz" - eine anständige Frau würde nie nach einem Mann jagen, denn eine Falle jagt auch keine Maus. Hmmm. Das Zitat hätte von Oettinger selbst stammen können. Oder es ist jemand auf der Maus ausgerutscht.