Obamas NSA-Interview: Hauptsache Gutes Gefühl!

Artikel veröffentlicht am 20. Januar 2014
Im Magazin veröffentlicht
Artikel veröffentlicht am 20. Januar 2014

An dem Interview, dass Obama nun endlich dem deutschen Fernsehen als Reaktion zur NSA-Affäre gab, sind einige Dinge bemerkenswert. Zunächst fällt auf, dass Obama wie kaum ein Zweiter verständnisvoll mit dem Kopf nicken kann. Das „schafft Vertrauen“. 

Obama hat sich nun end­lich der deut­schen Pres­se zu einem In­ter­view über die NSA-Af­fä­re ge­stellt. Das erst Ed­ward Snow­den auf­de­cken muss­te, mit wel­chem Aus­maß die NSA Bür­ger auf der gan­zen Welt aus­spio­niert, davon ist nicht die Rede. Das ist kon­se­quent, denn die Zei­ten, in der die USA „Freun­de“ be­ob­ach­ten ließ, sind aber kei­nes­falls vor­bei. Obama be­schwört „Ver­trau­en“, denn es geht ihm nicht darum etwas tat­säch­lich zu än­dern.

Es bleibt bei selbst­auf­er­leg­ten Ver­pflich­tun­gen, wie der Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass Mer­kels Handy nicht mehr ab­ge­hört wer­den soll. Es wird keine bi­la­te­ra­len Ver­trä­ge geben, die in Zu­kunft si­cher­stel­len, dass die NSA ihre Ohren nicht mehr über­all hat. Obama hat eins klar­ge­macht: Es geht ihm um ein bes­se­res Ge­fühl zu den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, nicht um bes­se­ren Schutz gegen Da­ten­raub. Eine Ent­schul­di­gung für die bis­he­ri­gen Ab­hör­pra­xis gab es nicht.

Es ver­blüfft umso mehr, wie der ZDF-Re­dak­teur Claus Kle­ber noch immer an die erste Rede Oba­mas am Tier­gar­ten vor fünf Jah­ren glaubt. Kle­ber be­schreibt de­tail­reich einen sei­ner auf­re­gends­ten Tage in sei­ner Jour­na­lis­ten­lauf­bahn, als er über die Rede von Obama be­rich­ten durf­te. Er schwärmt immer noch von der „Hoff­nung“, die Obama ver­sprach und die Menge in Atem hielt.

Damit hat Kle­ber Obama einen gro­ßen Ge­fal­len getan. Selbst­ge­fäl­lig kann Obama davon be­rich­ten, wie er Tag für Tag sein Bes­tes gibt. Danke dafür. Kle­bers leb­haf­te Er­in­ne­rung lenk­te vom Ab­hör­skan­dal, der ei­gent­lich im Vor­der­grund ste­hen soll­te, ab. Es geht eben ums gute Ge­fühl.