Noëlle Lenoir: Absage an die Atomenergie - eine Warnung für Frankreich!

Artikel veröffentlicht am 6. Juli 2009
Artikel veröffentlicht am 6. Juli 2009

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76 % der Besucher von cafebabel.com, die an einer Online-Umfrage zum Thema Atomenergie teilgenommen haben, wünschen sich, dass die EU mehr in erneuerbare Energien investiert. Die ehemalige Ministerin für europäische Angelegenheiten, Noëlle Lenoir, kommentiert dieses Ergebnis.

©privatDie Weiterentwicklung erneuerbarer Energien ist eine Selbstverständlichkeit für die Besucher von cafebabel.com. 76 % von ihnen denken, dass erneuerbare Energien die einzig mögliche Antwort auf folgende Frage darstellen: "Wie soll die EU nach den Europawahlen die Energiefrage angehen?" Nur 12 % von ihnen setzen auf Nuklearenergie. 9 % würden die Länder, die einen zu hohen Energieverbrauch haben, sogar sanktionieren. Noëlle Lenoir analysiert diese Antworten wenige Wochen vor der Zusammensetzung des neuen Europaparlaments.

Befürworten die europäischen Bürger die Energiepolitik der EU?

Die Umfrage bestätigt die Zustimmung der Europäer zur Umweltpolitik der Europäischen Union. Das ist zunächst eine gute Nachricht, da es sich hierbei (nach Verabschiedung verschiedener Energie- und Klimapakete) in meinen Augen um die stärkste Achse der Unionspolitik handelt. Europa hat gewissermaßen die Führungsposition in dieser Hinsicht übernommen und somit den Platz eingenommen, den die Amerikaner in der Ära Bush freigeräumt haben. Letzterer wollte lieber auf das Geschrei großer amerikanischer Industrieller hören, anstatt sich im namen des Klimaschutzes zu engagieren.

Die Europäer halten somit die Fahne des Kyoto-Protokolls hinsichtlich der Reduzierung der Treibhausgase hoch. Und viele Länder haben sich entschieden in die Entwicklung erneuerbarer Energien gestürzt, vor allem der Wind- und Solarenergie. Mit Barack Obama beginnen nun auch die USA sich gegen den Klimawandel einszusetzen. Deshalb sollte die Europäische Union ihr Engagment noch verstärken.

Erstaunlich in dieser Umfrage ist jedoch die Tatsache, dass die Nuklearenergie nur wenig befürwortet wird, obwohl sie in Frankreich sehr verbreitet ist und dem Land im Vergleich mit seinen Nachbarn eine gewisse Unabhängigkeit in Sachen Energie bietet. Das Ergebnis könnte man demnach als eine Warnung an die Führung des Landes lesen. Man sollte dem Volk die Bedeutung der zivilen Nutzung der Kernenergie erklären, es über die Sicherheit der Anlagen beruhigen und auch nicht vergessen, den Willen zu einer Fächerung in Sachen Energie aufzuzeigen.

Auf jeden Fall wird sich Europa nur dann als Weltmacht präsentieren, wenn alle seine Mitgliedstaaten eine tatsächlich gemeinsame Energiepolitik betreiben. Dies sollte das Hauptziel des Europäischen Parlaments während seiner kommenden Legislaturperiode sein. 

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Cercle des Européens (Zirkel der Europäer) entstanden.