München – grün und teuer

Artikel veröffentlicht am 26. August 2005
Artikel veröffentlicht am 26. August 2005

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Die bayrische Hauptstadt bietet besondere Lebensart: Bestes Bier, einen enormen Park im Herzen der Stadt, und leider die höchsten Preise in ganz Deutschland.

Bier, Luxus und Kitsch - so könnte man kurz die Hauptstadt von Bayern charakterisieren. Auf jedem Schritt spürt man den zur Schau gestellten Reichtum der Münchner. Die Stadt ist vollkommen aufgeräumt, hinter den glänzenden Schaufenstern findet man die teuerste Markenware, durch die Strassen fahren protzige Limousinen wie Bentley oder Rolls-Royce. Das schlägt sich in den Preisen nieder: Vom Milchkaffee auf einer Terrasse zum Abendessen in einem Restaurants, von Eintrittspreisen in Kinos oder Clubs zu den Mieten, die nirgends in Deutschland höher liegen: München ist teuer. Doch die Metropole im seit über 40 Jahren von der konservativen Christlich-Sozialen Union regierten Bayern ist auch die sicherste Stadt Deutschlands. Wenn Sie spätabends mit einem Rücksack zum Bus unterwegs sind, kann es ihnen passieren, von einer Polizeipatrouille angehalten zu werden, die den Inhalt Ihres Rucksackes gründlich prüfen wird.

Nackte im Park

In München zu leben ist sehr bequem, doch auf den ersten Blick überfällt den Besucher ein Grausen. Breite und lange, schlichte Strassen, Ausgedehntheit, in den ersten Wochen in München hat man das Gefühl, sich zu verlieren... Doch nur wenige Städte können Ihnen fast 4 km2 Grünfläche im Stadtzentrum anbieten: 1789 ließ Erzherzog Carl Theodor den Englischen Garten gründen, wo man heutzutage auf Wegen mit einer Gesamtlänge von 78 km spazieren kann. Er wäre wohl erstaunt gewesen, dass sich 200 Jahre später duzende „Nackerte“ in seinem Park in der Sonne lümmeln, auf der FKK-Wiese am Eiskanal, unweit der bayrischen Staatskanzlei, dem Sitz der Landesregierung.

“Wozu Deutschland, wir leben in Bayern!“

Die Münchner sind Dörfler. Aufmerksam, fröhlich, selbstzufrieden, doch zurückhaltend und misstrauisch gegenüber Ausländern. Sie sind stolz auf Bayern und ihre Lebensart. Sorgsam bewahren sie ihre bayerischen Sitten, oft hört man tiefbayerischen Dialekt und viele würden am liebsten das Wittelsbacher Königreich erneuern. Thronfolger Prinz Leopold von Bayern („Poldi“), ein Nachfahre des legendären „Märchenkönigs“ Ludwig II., erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – auch wenn der letzte bayrische König bereits 1918 abdanken musste. „Ich fühle mich als Bayer, dann als Europäer und erst dann als Deutscher. Wozu Deutschland, wir leben in Bayern!“, erzählt Stefan, ein waschechter Münchner mit Bierbauch. Viele Münchner scheuen sich, neue Menschen kennen zu lernen, mit Ausländern kommunizieren sie nicht, wenn sie nicht müssen.

München hat etwas verschlafenes, doch in den zwei Wochen vor dem ersten Oktobersonntag füllt sich die Stadt mit Bierfreunden aus aller Welt. Das erste Oktoberfest feierte man 1810 zu Ehren der Hochzeit von Prinz Ludwig I. mit Prinzessin Therese. Heutzutage bietet es jährlich eine seltsame Unterhaltung für ca. 6 Millionen Besucher, die während zwei Wochen 30% der Jahresproduktion der Münchner Brauereien konsumieren. 70% der Besucher kommen aus Bayern, den Rest bilden Ausländer aus aller Welt, die vom Münchner Bier magisch angezogen werden.

PRAKTISCHE INFORMATIONEN

Sprache:

Bayrisch ist selbst für Norddeutsche schwer zu verstehen, doch auf Nachfrage werden die meisten München eine deutsche oder englische Übersetzung ihres Dialekts liefern.

Hochschulen:

Die wichtigsten Universitäten sind die Ludwig-Maxilimians-Universität (LMU) und die Technische Universität (TUM).

Der besondere Ort:

Das Hofbräuhaus, ein vielfach besungener Münchner Mythos, ist heute vor allem Touristenattraktion, aber immer noch eine Ikone Bayrischer Lebensart – besonders im Wahlkampf, wenn hier Politiker ihre Reden schwingen.

Machen:

Besuch in den Münchner Pinakotheken mit Malerei aus acht Jahrhunderten: Alte, neue und moderne Pinakothek.

Bleibenlassen:

Diskobesuch vor Mitternacht: Sie werden allein sein.

Unterkunft:

Ab besten die schwarzen Bretter in den Universitäten nach Angeboten absuchen.