Mucha in Wien

Artikel veröffentlicht am 11. Mai 2009
Artikel veröffentlicht am 11. Mai 2009
Eine umfangreiche Ausstellung im Belvedere zeigt die vielen Facetten dieses tschechischen Künstlers. Von Daniel Spichtinger. Der in Mähren, der heutigen tschechischen Republik, geborene Jugendstil Maler Alphonse Maria Mucha (1860-1939) ist am besten für seine Poster der berühmten französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt bekannt, die er während seines Aufenthalts in Paris schuf.
Diese Arbeiten, inklusive der Werbesujets für Gismonda und Medea sind in der Mucha Ausstellung im Wiener Belvedere prominent ausgestellt. Die Ausstellung beschäftigt sich aber nicht nur mit diesen ikonographischen Postern sondern auch mit weniger bekannten Objekten. Die Ausstellungsstücke reichen dabei von kleinen Schmuckstücken, die nach seinen Spezifikationen angefertigt wurden bis zu der monumentalen Dekoration des Pavillons für Bosnien-Herzegowina im Rahmen der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900.

Muchas Motive sind sehr unterschiedlich und reichen von Tabakwerbung bis zu biblischen Illustrationen und Slawischer Mythologie. Die Slawischen Themen sind vor allem in der zweiten Lebenshälfte, nach seiner Rückkehr nach Prag äußerst prominent. Mucha widmete sich der Erschaffung eines monumentalen Zyklus von Bildern zur slawischen Mythologie, dem slawischen Epos. Eines der interessantesten Werke der Ausstellungsstücke sind sicher Muchas Illustrationen zu Le Pater, wo er die Themen des Vater Unsers untersucht. Nur 510 Kopien dieses Werkes wurden je produziert. Insgesamt gibt es in der Ausstellung mehr als 200 Werke Muchas aus öffentlichen und privaten Sammlungen zu sehen. 

Das Museumsshop stellt einen der wenigen Kritikpunkte der Ausstellung dar. Leider gibt es nur die berühmtesten Werke Muchas zu kaufen – auf Reproduktionen weniger bekannter Werke hat man verzichtet. Auch die gegenwärtige Rezeption von Muchas Schaffen wird in der Ausstellung ausgeklammert. So wird zum Beispiel der Mucha Stil des stuckistischen Künstlers Paul Harvey, der in Werken wie Madonna (2002) zum Ausdruck kommt, ignoriert. Aber für all jene die sich einen detaillierten Überblick über das Leben und Werk von Alfons Mucha schaffen wollen ist die Ausstellung sehr gut geeignet – auf jeden Fall gibt es hier mehr zu sehen als im Prager Mucha Museum.

Alfons Mucha

Unteres Belvedere

12 Februar bis 1. Juni 2009

Geöffnet Täglich 10.00-18.00, Mittwoch 10.00 - 21.00

Erwachsene 9,50 €

Studenten 7,50

http://www.belvedere.at/