Moodoïd, mit dem nötigen Möö

Artikel veröffentlicht am 25. September 2014
Artikel veröffentlicht am 25. September 2014

Beim Herumziehen in den Straßen von Paris kann man so ziemlich alles sehen, hören und riechen, was man will. Das einzige, was man nur mit Mühe erkennt, sind die Sterne. Jedoch würde es reichen es, die Augen zu schließen und in Le Monde Möö(...) (='Die Möö-Welt') von Moodoïd einzutauchen.

Sie beschreiben sich als romantische Fantasten und damit passt die Gruppe aus Paris sehr gut zum Image der Stadt der Liebe. Mit zarter Dichtkunst und schwebender, fluffiger Musik will Moodoïd Musikliebhaber mitnehmen und das ist so lockerleicht wie ein Tim&Struppi-Buch des belgischen Zeichners Hergé.

Erst war Pablo Padovani, der Sänger, in einer Gruppe namens Melody’s Echo Chamber. Das Konzept? Eine Sängerin, ein paar Jungs und französischer Psychedelic-Pop. Nach einer kurzen Pause vom Musikbusiness, will der junge Padovani nun mit einem neuen Projekt an die Öffentlichkeit treten, Moodoïd. Die Lieder erzählen von Gefühlen, der Liebe, dem Mond und mischen sich mit surrealen Clips mit türkischem und orientalischem Einflüssen.

Moodoïd - La Lune

Da er das Erlebnis einer vornehmlich männlich besetzten Gruppe nicht wiederholen wollte, bat Pablo drei Musikerinnen um Hilfe, die seiner Musik jenen vielgewünschten Hauch an Zartheit hinzufügten. Und so wurde schließlich 2013 mithilfe des Produzenten Kevin Parker von Tame Impala ( u.a. Produzent von Melody's Echo Chamber) die EP  Moodoïd veröffentlicht. 

Pablo Padovani nimmt zuerst alles in seinem Zimmer auf. Dann hat er die Wahl zwischen 4 Stücken, um sie im Studio erneut aufzunehmen. Er zeigt sich als äußerst neugierig und experimentiert mit allen Instrumenten, die ihm in die Finger kommen und mit allen so vielen Sängern und Musikern, wie nur möglich. Das einzige Problem: am Ende steht er pro Stück mit mehr als 200 Tonspuren da. Nicht machbar. Jedoch, nach einigen Arbeitstagen erblickt das kurze 'Album' das Licht der Welt. Das Universum wird öffentlich zugänglich.

Heute, 11 Monate später, ist es Le Monde Möö (=die Möö Welt) die ans Tages-(und Nacht-)licht kommt. Nach einer gleichnamigen CD zeigt Moodoïd endlich, was er schafft: seine eigene Welt. In Zusammenarbeit mit Nicolas Vernhes - einem unabhängigen Produzenten niedergelassen in New York - präsentiert die Gruppe aus Zentralfrankreich eine noch gelungenere Musik, mit einer noch charakterbetonteren Identität a. Mit mehr als doppelt so vielen Songs als früher, genauer gesagt 10 Stücken, verbindet  das Sternenquartett mit Zartheit und Rhythmus jene Klänge der dritten Art. Das Projekt von Pablo Padovani nimmt endlich Fahrt auf, was auch den Erdlingen nicht missfallen sollte, die ihn voll Energie auf der Bühne erwarten.

Anhören : Moodoïd - Le Monde Möö

Ansehen : am 12. November im Casino de Paris (Festival Les Inrocks)