Metropolis: Fritz Langs wiedergefundenes Meisterwerk auf der Berlinale

Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2010
Artikel veröffentlicht am 15. Februar 2010

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Eine vervollständigte Fassung von Metropolis wurde am 12. Februar mit großem Pomp auf der 60. Berlinale aufgeführt. 80 Jahre nach der Premiere wurden Filmszenen vor zwei Jahren in Argentinien wiedergefunden.

Der Film Metropolis ist das Symbol einer vergangenen Epoche. Der Stummfilm stammt aus einer Zeit, als sich die deutsche Filmindustrie und die Babelsberg-Studios noch mit Hollywood messen konnten. Fritz Lang, zu seiner Zeit einer der größten Regisseure, hatte gigantische Projekte. Sein Science-Fiction Streifen Metropolis wurde das teuerste Werk der Weimarer Republik, und trieb seine Produzenten, die UFA, fast in den Ruin.

Metropolis ist das Werk eines Visionärs, mit Science-Fiction Elementen sowie architektonisch revolutionären Ideen, die sich in der im Film komplett nachkonstruierten Stadt mit mehrstöckigen Autobahnen niederschlagen. Zahlreiche Filme, so zum Beispiel Das fünfte Element, haben sich von Langs Zukunftsszenario inspirieren lassen. Als der Film 1927 jedoch in Berliner Kinos uraufgeführt wurde, blieb der erwartete Erfolg zunächst aus. Zwei Monate nach der Premiere musste der Film gekürzt werden.

Metropolis: 25 Minuten Filmriss

Filmplakat von 2002Die Zeit tut ihr Übriges: So nimmt Metropolis erst nach und nach seinen Platz als filmisches Meisterwerk ein. Die gekürzten Szenen bleiben jedoch unauffindbar. Bis zum Sommer 2008. Zu diesem Zeitpunkt, mehr als 80 Jahre später, kündigt das Museo del Cinema de Buenos Aires an, die 25 verlorenen Minuten des deutschen Filmschatzes wiedergefunden zu haben. Ein Lauf gegen die Zeit beginnt, um die jahrzehntelang verschollenen Bänder für die Filmgeschichte zu restaurieren. Dank der Expertenarbeit aber auch der vorhandenen Filmmusik, konnte die lange Metropolis-Version nun am 12. Februar im Rahmen der 60. Berlinale gezeigt werden. Gleichzeitig wurde der Streifen am Brandenburger Tor, dem Friedrichstadtpalast und auf ARTE ausgestrahlt.

Kinofans können somit neue Szenen zu entdecken, die vor allem drei Charakteren eine wichtigere Rolle zuteilen als vermutet. Josaphat, Georgy und der Spion waren in Langs Streifen, in dem sich Ausbeuter in Luxushochhäusern und Ausgebeutete im Untergrund gegenüberstehen, bisher nur als Randfiguren zu sehen. Die verlorenen Szenen verweisen auf ein Thema, das dem österreichisch-deutsch-amerikanischen Regisseur besonders am Herzen lag - die Freundschaft. Dank der wiedergefundenen Ausschnitte bekommt auch die Flucht der Kinder aus der Unterwelt eine neue Bedeutung. Einige Filmminuten bleiben jedoch weiterhin verschollen. Der Direktor des Berliner Filmmuseums, Martin Koerber, meint dazu: ''Diese ersten Spulen galten auch als verschollen. Aber es geschehen immer noch Wunder.''