Medizin-Anwärter auf nach Belgien - mein Abschluss im Ausland

Artikel veröffentlicht am 16. November 2009
Artikel veröffentlicht am 16. November 2009
Um Tierarzt zu werden, strömen viele französische Studenten an die belgischen Unis. Das bessere Lebensniveau und weniger selektive Bedingungen an den Universitäten des Landes ziehen Jahr für Jahr insgesamt 6,3% ausländische Studenten an.

Es ist nicht überraschend, dass die meisten ausländischen Studenten aus den Nachbarländern Frankreich und den Niederlanden kommen, um in Belgien in ihrer Muttersprache zu studieren. Statistiken der UNESCO aus dem Jahr 2006 zeigten, dass fast 59% der Wanderstudenten Französisch und 12% Flämisch sprechend waren. Deutsch ist die dritte Sprache im Rennen.

“Einer der Gründe, nach Belgien zu kommen, ist die Leichtigkeit, mit der man die Aufnahmeprüfung an Universitäten, die Tiermedizin anbieten, besteht”, sagt Eva, 21 Jahre alt; bis zu 90% der Tiermedizinstudenten sind laut der European Association of Establishments for Veterinary Education (Europäische Vereinigung für Bildungseinrichtungen im Bereich Tiermedizin) in den meisten westeuropäischen Ländern Frauen. “Zu Hause in Frankreich reicht es üblicherweise aus, Abitur zu haben, um zur Universität zugelassen zu werden.” Aber das Problem ist, dass der Zugang in Bereichen wie Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Wirtschaft und Jura auf die besten 25% der Abiturienten beschränkt ist.

In Holland zahlen Studenten 1.600 Euro pro Semester. Hier sind es nur 550 Euro.

Auch Eske, eine junge Medizin-Masterstudentin an der Universität Gent, die eigentlich aus Breda im Süden Hollands stammt, kennt die belgischen Vorzüge in puncto Studium: “Hier gibt es keine begrenzten Immatrikulationen”, erklärt sie. Für Eske lohnt es sich außerdem ein paar Kilometer von zu Hause entfernt zu studieren, weil die Studiengebühren in Belgien dreimal niedriger als der Durchschnitt sind. “In Holland zahlen Studenten 1.600 Euro pro Semester. Hier sind es nur 550 Euro”, so Eske. “Außerdem ist es in Holland fast unmöglich, ein anständiges Zimmer zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen.“

Bisher war ein weiterer Grund nach Belgien zu gehen, der Zugang zum kostenlosen Studieren. Aber im Jahr 2006 begrenzten Quoten in Wallonien, dem französischsprachigen Teil Belgiens, die Anzahl ausländischer Studenten in den sieben von der EU regulierten Fächern auf 30%, hauptsächlich, um die Anzahl der in Belgien geborenen Spezialisten zu erhalten. Österreichische Behörden haben im Jahr 2005 eine ähnliche Initiative gestartet und nur dann nicht-österreichische Studenten zugelassen, wenn sie beweisen konnten, dass sie sich auch in ihrem Heimatland für einen Studienplatz qualifiziert haben. Für lokale Studenten in spe reichte jedoch bereits der Abschluss an einer weiterführenden Schule, um sich für den Studienplatz zu qualifizieren. Im Jahr 2007 wurde beiden Ländern von der Europäischen Kommission angeordnet, die Regelung zurückzuziehen. Damit steht es 1-0 für Studentenmobilität!