Martin Schulz verlässt die EU - wen juckt's?

Artikel veröffentlicht am 29. November 2016
Artikel veröffentlicht am 29. November 2016

 [VIDEO] Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, hat vergangene Woche seinen Rücktritt aus der europäischen Politik angekündigt. Vielen EU-Bürgern ist aber gar nicht bewusst, wer in der EU das Sagen hat.

Letzte Woche hat Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments, angekündigt, dass er sein Amt aufgeben und zurück in die deutsche Politik wechseln wird. Die deutschen Medien haben schon lange auf diese Meldung gewartet. Aber es hätte auch in anderen europäischen Ländern Thema sein sollen - schließlich kündigt einer der Top-Politiker Europas an, nicht nochmal für ein neues Mandat antreten zu wollen. War Schulz Gesprächsthema? Wir haben Menschen an Touristenorten in Paris befragt und stellten unsere Kamera danach vor der französischen Prestigeuniversität Sciences Politiques auf. Überraschenderweise wussten die Wenigsten von dieser Neuigkeit oder kannten Martin Schulz. Aber diejenigen, die ihn kannten, hatten ihre Meinung: 

Die Medien haben schon einige Zeit lang über den Abgang von Schulz spekuliert. Zuvor wurde Frank-Walter Steinmeier, der deutsche Außenminister und frühere Spitzenkandidat der SPD, am 16. November von SPD, CDU und CSU als Präsidentschaftskandidat nominiert. Sofort hatten Politiker und Medien begonnen, sich nach einem geeigneten Nachfolger umzuschauen - und dabei die gleiche Person ins Visier genommen: Martin Schulz. In verschiedenen Medien wird gemunkelt, dass er das Amt des Außenministers annehmen wird - und während der Bundestagswahlen im Herbst 2017 als Spitzenkandidat der SPD antreten und somit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) herausfordern könnte. Während der Rückzug von Schulz aus der europäischen Politik als Gewinn für die deutsche SPD gewertet werden kann, ist es ein Besorgnis erregender und enttäuschender Verlust für Europa.