Marsch der Republik: #JeSuisCharlie größer als '68

Artikel veröffentlicht am 12. Januar 2015
Artikel veröffentlicht am 12. Januar 2015

An die 2 Millionen waren es. Mehr Menschen als zur Befreiung von Paris und der Revolution 1968 marschierten gestern in Hommage an die Opfer der Terrorattacken auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die Geiselnahmen in Paris. Eine monströs friedliche Solidaritätsbekundung jedweder Couleur - ohne Zwischenfälle.

Paris, Marsch der Republik am 11. Januar 2015

Marche Républicaine, 15 Uhr, Ausgangspunkt Place de la République in Paris: Ein buntes Fahnenmeer.  Es ist unmöglich genaue Angaben zur Anzahl der Menschen zu geben, die gestern in Paris auf die Straße gingen. Schätzungen zufolge waren es nahezu 2 Millionen.

"Komm, wir lieben uns" - 'L'amour plus fort que la haine" (Liebe stärker als Hass) war eines der bekanntesten Charlie Hebdo Cover.

Groß und klein, jung und alt, alle Farben, Religionen und Länder marschierten am 11. Januar für die Freiheit.

Solidarität mit Stift 

Ein omnipräsentes Symbol zum Marsch der Republik am 11. Januar 2015 in Paris.

Der Marsch, der eigentlich keiner war: Bereits vor 15 Uhr waren alle umliegenden Boulevards und Straßen des Place Rép in Paris voller Menschen, sodass aus dem Marsch für die Freiheit eher ein Stand Together wurde. Nur ganz Tapfere schafften es nach vier bis fünf Stunden bis zum Place de la Nation.

#JeSuisCharlie ist mit 6,63 Millionen solidarischen Tweets nicht der meistgetweetete Hashtag in der Geschichte von Twitter. Nachdem ein Polizist im November 2014 einen jungen Afro-Amerikaner in der amerikanischen Kleinstadt Ferguson (Missouri) erschoss, gab es binnen weniger Tage 18 Millionen #Ferguson-Tweets.

Manche Bilder erinnern an eine zweite französische Revolution - der republikanische Gedanke der Laizität geht auf die zurück.

Französische Revolution

"J'ai mal aux mots" - Mir tun die Worte weh.

Fahnen aus aller Welt am Place de la République, das Anstimmen der Marseillaise kam nicht überall gut an. Der ehemalige deutsch-französische Grünenpolitiker und Alt-Achtundsechziger, Daniel Cohn-Bendit, sagt: "Diejenigen, die die Marseillause für Charlie Hebdo anstimmen, haben nichts verstanden."

"Sie wollten Frankreich in die Knie zwingen, stattdessen ist Frankreich aufgestanden"