Map of the Week: Machen statt Motzen

Artikel veröffentlicht am 6. Juli 2016
Artikel veröffentlicht am 6. Juli 2016

Eines kann man in puncto Brexit wirklich nicht verleugnen: Das unerwartete Ergebnis hat das Interesse für die politische Union in Europa zumindest aktuell in Höhen katapultiert, die wir so schon lange nicht mehr erlebt haben. Das steht in ziemlichem Kontrast mit den letzten EU-Wahlen. Eine kleine Erinnerung an 2014.

Europa ist klasse, seine politischen Institutionen allerdings eine Katastrophe. Das scheint der neue Tenor in Sachen alter Kontinent. Der Brexit letzte Woche hat in ganz Europa Debatten über den aktuellen Zustand des Kontinents ausgelöst. Doch so sehr wir die Diskussionen zu schätzen wissen, eins scheint bei vielen EU-Bürgern in Vergessenheit geraten: Noch vor zwei Jahren interessierten sich herzlich wenige Bürger für die Institutionen, auf die sie jetzt so laut schimpfen. 

Erinnert ihr euch noch an 2014? Da hättet ihr die Chance gehabt, Europa mitzugestalten. In unser Map of the Week vergleichen wir diese Woche, wie hoch die Wahlbeteiligung in den verschiedenen Ländern zur Europawahl 2014 war.

Die englische Bevölkerung zum Beispiel hatte noch vor zwei Jahren ein eher bescheidenes Interesse an ihren europäischen Volksvertretern. Damals gingen nur 35,6% zur Wahl, in der Brexit-Volksabstimmung waren es mit mehr als 70% doppelt so viele.

Einige neue Mitgliedstaaten, die seit 2004 Teil er EU sind, scheinen sich besonders schwer mit ihrer neuen, europäischen Identität zu tun. In Rumänien war die Wahlbeteiligung mit 13% die niedrigste überhaupt. Vorbilder bleiben wie in den vergangenen Wahlen Belgien und Luxemburg, mit einer Beteiligung von über 85%. Vielleicht tut uns der kleine Europa-Rums also wirklich ganz gut.