Map of the week: Jugendarmut in Europa

Artikel veröffentlicht am 31. März 2015
Artikel veröffentlicht am 31. März 2015

Geld stinkt nicht, das sagt man zumindest so. Aber wenn Geld sichtbar ist, dann ist Armut farb- und geruchlos und sehr schwer zu beziffern. Trotzdem ist der Anteil junger Menschen in Europa zwischen 15 und 29 Jahren, die heute mit dem Risiko leben, unter die offizielle Armutsgrenze zu rutschen, besorgniserregend. Unsere Europakarte der Woche.

Armut ist ein schwammiges Konzept. Es gibt weder eine simple wissenschaftliche Methode, noch eine allgemein akzeptierte Definition für Armut. Und trotzdem wird sie zunehmend sichtbarer. Auch in Deutschland ist jeder fünfte junge Mensch heute arm. Überall und vielleicht öfters als zuvor sieht man in Europa junge Menschen, die mit Kartonschildern auf der Straße um Unterstützung bitten. 

Statistikinstitute wie INSEE oder Eurostat haben sich trotzdem auf eine gemeinsame Herangehensweise geeinigt. Die Risikorate für Armut wird proportional zur Anzahl der Menschen berechnet, die unter der offiziellen Armutsgrenze leben. Doch auch dieser Wert ist ja eigentlich nur ein Gradmesser.

Trotzdem wird geschätzt, dass heute durchschnittlich 20% der Generation der 15-29-Jährigen mit dem Risiko der Armut leben müssen. Auf der Europakarte kann Armut mit keinem gültigen sozialen Normwert begründet werden: die Landkarte zeigt, dass es Armut weit verteilt und überall gibt. Kein Land kann sich in puncto Jugendarmut beweihräuchern, auch nicht die vielgelobten skandinavischen Länder. 10% der jungen Europäer können sich kein Essen mit Fisch oder Fleisch leisten. Und ein Jugendlicher von sechs wird niemals einen Computer oder ein Auto kaufen können.

Quelle: Eurostat