Map of the week: Heiraten in Europa

Artikel veröffentlicht am 18. Mai 2015
Artikel veröffentlicht am 18. Mai 2015

Fakt ist: junge Menschen in Europa sind nicht mehr besonders heiß aufs Heiraten. Aber auch wenn sich in hiesigen Kreisen gerade einmal 10% das Ja-Wort geben, wählen moderne Paare alternative Optionen, um das Leben zu zweit zu besiegeln. Liebe à la carte, also.

Es ist kein Staatsgeheimnis: Die Ehe ist eine Institution in Europa, die sich unter jungen Leuten zunehmend in Luft auslöst. 2013 sind in den 28 EU-Mitgliedstaaten nur 11% der jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren den Bund fürs Leben eingegangen.

Natürlich schwanken die Zahlen je nach Sympathiegrad in puncto Ehe in den verschiedenen Staaten. Im immer noch stark katholisch geprägten Polen heiratet die junge Generation noch am häufigsten. Am anderen Ende der Liste sind die Ungarn und Isländer diejenigen, die am wenigsten vor den Traualtar treten.

Junge Europäer heiraten zudem auch immer später. Das Leben im Ausland, spätere finanzielle Unabhängigkeit, Tinder oder einfach keinen Bock auf das Zeremoniell… all diese Gründe können für das spätere Einlaufen in den Hafen der Ehe – Frauen heiraten zum ersten Mal durchschnittlich mit 28, Männer mit 32 Jahren – verantwortlich sein. Vor 20 Jahren noch, 1992, wurde sich 5 Jahre früher das Ja-Wort gegeben.

Doch man sollte trotzdem nicht davon ausgehen, dass die Liebe keinen Wind mehr in den Segeln hat. Auch wenn die Ehe immer mehr Anhänger verliert, haben Zivilunion oder eingetragene Lebenspartnerschaften in den letzten Jahren ordentlich Aufwind erhalten. 2013 haben sich 25% der jungen Bevölkerung in Europa ohne großes Tamtam das Ja-Wort gegeben. Und wie das meistens so bei neuen sozialen Phänomenen ist, geben auch hier die Skandinavier den Ton an. Die Isländer, Norweger und vor allem die Finnen beweisen, dass das Leben zu zweit halb so schlimm ist.

Quelle: Eurostat