Map of the Week: Der Kampf gegen AirB'n'B  

Artikel veröffentlicht am 21. Juli 2016
Artikel veröffentlicht am 21. Juli 2016

Sommer, Reiselust, aber nicht das nötige Kleingeld? AirB'n'B ist für mehr und mehr Menschen in Europa die günstigere Alternative zu Hotels. In den europäischen Metropolen wird die Onlineplattform zur Vermietung von Privatunterkünften allerdings zur Bedrohung für den lokalen Mietmarkt. 

Paris, zwei Personen, nächstes Wochenende: Die Website von AirB'n'B macht mir mit einem Mausklick über 300 Angebote zwischen 35 und 2500 Euro die Nacht. Da ist für jeden Geldbeutel was dabei.

Die französische Hauptstadt ist zusammen mit London der Hotspot für die beliebte Hotelalternative. Mehr als 40.000 Privatunterkünfte standen, der Studie der Research-Gruppe Inside AirBnB zufolge, in jeweils beiden Städten letztes Jahr online für Reisende zur Verfügung. Berlin und Kopenhagen besetzten den dritten und vierten Platz, allerdings mit einem mächtigen Abstand von 25.000 angebotenen Schlafplätzen weniger.

Seit Anfang Mai gilt in Berlin nun das aktualisierte Zweckentfremdungsgesetz, das es verbietet, die eigene Wohnung ohne Sondererlaubnis als Ferienunterkunft anzubieten. Warum? In Berlin steigen die Mieten seit einigen Jahren dramatisch und Wohnraum ist knapp. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, kann mit bis zu 100.000 Euro Strafe rechnen. 

Pariser AirB'n'B-Anbieter haben es da leichter. Hier gibt es offiziell noch keine gesetzliche Einschränkung, allerdings versucht die Politik seit Anfang des Jahres, der Zweckentfremdung von Wohnraum einen Riegel vorzuschieben. Pariser kämpfen seit Jahren gegen exorbitant steigende Mieten, welche die Regierung 2014 sogar dazu veranlasste, eine Mietobergrenze einzuführen. Um die Situation nicht noch weiter zu verschlimmern, sollen AirB'n' Unterkünfte nicht länger als vier Monate pro Jahr  zur Verfügung stehen, ansonsten drohen bis zu 25.000 Euro Strafe. Falls es länger vermietet werden soll, muss es als offizielle Touristen-Unterkunft gelistet werden, ansonsten werden bis zu 100.000 Euro fällig. 

In London machte es die Regierung genau anders herum und legalisierte 2015 jegliche Art von Untervermietung. Der konservative Housing-Minister Brandon Lewis erklärte, dass unnötige Beschränkungen abgeschafft werden müssten, um die Wirtschaft anzukurbeln und es besonders Londonern zu ermöglichen, durch die private Untervermietung etwas Geld dazuzuverdienen. In fast allen Stadtteilen zahlen dort die Mieter über 585 Pfund (700 Euro) für ihre Bleibe. Es wird sich zeigen, ob AirB'n'B nicht nur Auslöser des Problems, sondern auch seine Lösung sein kann.

Die Gesamtanzahl von AirB'n'B-Unterkünften im letzten Jahr: