Londoner Reverend segnet iPhones und Computer

Artikel veröffentlicht am 19. Januar 2010
Artikel veröffentlicht am 19. Januar 2010

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Der erste Sonntag des Jahres war in der Vergangenheit auch eine der Gelegenheiten, zu denen die Gläubigen ihre Ausrüstungen und Arbeitswerkzeuge in die Kirche brachten, um sie segnen zu lassen. Was ist also dabei, wenn ein anglikanischer Pastor beschließt, mit der Zeit Schritt zu halten? Umso mehr, wenn seine Pfarrei im Herzen der Londoner Finanzwelt liegt.

Ein guter Seelenhirte hört seinen Schäfchen zu. Dies ist zweifellos der Vorsatz, nach dem sich Reverend Canon David Parrott richtete, als er auf Wunsch vieler Angestellter der City am ersten Sonntag des Jahres 2010 in der Kirche St. Lawrence Jewry im Herzen der Londoner Finanzwelt unzählige Hi-Tech-Geräte segnete: Notebooks, PDAs, Mobiltelefone - die Arbeitsinstrumente des neuen Jahrtausends.

Nichts Ungewöhnliches und nichts Neues, wenn ein Pfarrer beschließt, sie zu segnen: Vor gar nicht allzu langer Zeit, und in verschiedenen Teilen Europas noch heute, wurden und werden Schaufeln, Pflüge und andere Gerätschaften zur jährlichen Segnung in die Kirche getragen. Im Februar 2008 segnete Bischof Severino Poletto den brandneuen Fiat 500 Abarth, und zwar direkt in der historischen Hauptniederlassung des italienischen Automobilherstellers in Mirafiori. Sind wir das Gott dem Herrn schuldig? Der Gesellschaft? Unserem Aberglauben?

Andererseits würde kein Fischer Anstoß daran nehmen, wenn einer seiner Kollegen sein Boot segnen ließe. Denn in und von den Fluten zu leben, bedeutet, sein Leben aufs Spiel zu setzen und da ist die Frage, einen Gott als Bürgen auf den Plan zu rufen oder nicht, doch gar nicht so abwegig. Auch die Motorrad-Freaks, die keineswegs alle aktive Kirchengänger sind, finden nichts Skandalöses daran, sich an verschiedenen Orten auf dem Kontinent zu versammeln, um ihre funkensprühenden Feuerstühle segnen zu lassen. Als treue Anhänger der „Pensées“ von Pascal sagen sie sich: Wenn Gott nicht existiert, kostet das Glauben ja trotzdem nichts. Und wenn es ihn doch gibt, verdient man sich das Paradies? Wer weiß.

Im Jahr 2006 sah sich Sony gezwungen, fast 10 Millionen Akkus zurückzurufen, die an Notebooks von Dell und Apple montiert waren (Foto ©Stewart/Flickr)In diesem Sinne ist es sicherlich keine schlechte Idee, unsere technologischen Lebensbegleiter segnen zu lassen. Im Gegenteil, warum nicht gleich beim Hersteller? Womöglich erspart uns dies in tausend Splitter zerborstene iPhone-Displays wie im Sommer 2009 in Südfrankreich oder explodierende iPods wie in Japan oder Großbritannien? Die Überhitzung der Batterie ist eine der Hauptursachen für Explosionen und andere, mehr oder minder schwerwiegende Schäden: . 2007 ersetzte Nokia 46 Millionen Handybatterien aus der Produktion des japanischen Herstellers Matsushita. Die größten Risiken bergen heutzutage sogenannte Schnäppchen. Batterien zweifelhafter Herkunft zu einem Schleuderpreis an Straßenständen oder auf Märkten zu erstehen, ist nicht immer eine gute Investition.

Zugegeben, manche tun es auch aus Nachlässigkeit. Ist der liebe Gott nun allmächtig genug, um Hardware zu retten, die am 15. August unter der Mittagssonne am Strand vergessen wurde? Wer soll das wissen? Im Hinblick auf die alltäglichen Gebrechen, die Software und Co. befallen, gelten anscheinend jedoch weiterhin die drei theologischen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Wobei die Liebe laut Bibel die größte Tugend ist: Nur sie kann verhindern, dass Technologie plötzlicher und unkontrollierbarer Zerstörungswut zum Opfer fällt.