Literaturnobelpreis an Orhan Pamuk

Artikel veröffentlicht am 5. Oktober 2006
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Artikel veröffentlicht am 5. Oktober 2006

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Der in seiner türkischen Heimat umstrittene Schriftsteller wird für seine Mittlerrolle zwischen Europa und dem Orient ausgezeichnet.

Orhan Pamuk habe "auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden", so die Begründung des Nobelpreiskomitees der Schwedischen Akademie. Der Nobelpreis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert und wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen.

Der in Istanbul lebende Schriftsteller ist in der Türkei nicht unumstritten. Er war der erste muslimische Intellektuelle, der Salam Rushdie verteidigte und 2005 wurde er wegen „Verunglimpfung des Türkentums“ angeklagt, weil er in einem Interview behauptet hatte, dass die Türken während der Zeit des Osmanischen Reiches 30 000 Kurden und eine Million Armenier getötet hätten. Inzwischen wurde die Anklage auch auf Grund des europäischen Drucks wieder fallen gelassen.

Orhan Pamuk kommt 1952 in Istanbul zur Welt und wächst in einer bürgerlichen und frankophilen Familie auf. Nach seinem Architektur- und Journalismusstudium verbringt er drei Jahre in den USA, um sich danach ganz dem Schreiben zu widmen. Orhan Parmuk betrachtet die Welt vor allem durch sein Fenster und seine Bücher, seine Kritiker werfen ihm deshalb mangelnde Lebenserfahrung vor.

Orhan Pamuk verkörpert die junge Generation türkischer Schriftsteller. Für ihn ist der Roman die größte Erfindung der westlichen Kultur. Sein Werk ist von der doppelten Kultur der Türkei inspiriert, von den Mysterien des Orients und dem Eroberungsgeist des Abendlandes. Bekannt wurde er durch die Romane „Das schwarze Buch“ (1990) oder „Das neue Leben“ (1995).

Copyright Photo: J. Sassier/ Gallimard