Le Clézio: Literaturnobelpreis für Frankreich

Artikel veröffentlicht am 8. Oktober 2008
Artikel veröffentlicht am 8. Oktober 2008
Der französische Schriftsteller Le Clézio hat den Nobelpreis gewonnen und bestätigt damit die polemisch diskutierte Vorahnung des ständigen Sekretärs der Akademie, Horace Engdahl.

©sagabardon/flickrDer 68-jährige Franzose, Jean-Marie Gustave Le Clézio, hat den Nobelpreis gewonnen. Der Schriftsteller, der in den 1980er Jahren durch sein Werk Wüste (Désert) Berühmtheit erlangte, wurde vor allem wegen seiner „Menschlichkeit außerhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation“ geehrt, begründete die Jury ihre Entscheidung. Viele Namen von bereits in der Vergangenheit nominierten Autoren waren für den diesjährigen Literaturnobelpreis gehandelt worden. Darunter zum Beispiel der portugiesische Autor António Lobo Antunes und Claudio Magris aus Italien.

“Die USA sind zu isoliert, fast wie Insulaner. Sie übersetzen nicht genug und nehmen am weltweiten Literaturdialog kaum teil. Diese Ignoranz ist einschläfernd“, hatte der ständige Sekretär der Schwedischen Nobelpreis-Akademie in einem Interview mit Associated Press, einige Tage vor der Verleihung des prestigeträchtigen Preises gesagt. Durch diese Nachricht aus dem Munde eines offiziellen Mitglieds der Schwedischen Akademie kam von vornherein der Verdacht auf, dass 2008 wahrscheinlich ein Europäer, und nicht Philip Roth oder Don DeLillo den Nobelpreis gewinnen würde.

©WikimediaDer New Yorker Chefredakteur, David Remnick, erwiderte daraufhin: „Man würde meinen, dass der ständige Sekretär einer Akademie, die in der Vergangenheit Autoren wie Proust, Joyce und Nabokov übersehen konnte, uns vor dieser Art kategorischen Vortrags verschonen würde." Engdahl versuchte im Anschluss an seine eigene Aussage in der schwedischen Tageszeitung Svenska dagbladet richtig zu stellen - „Der Nobelpreis ist kein nationaler Wettbewerb; er ist eine individuelle Auszeichnung“.