La Masseria delle Allodole (Das Haus der Lerchen)

Artikel veröffentlicht am 7. November 2007
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Artikel veröffentlicht am 7. November 2007
Italien, Bulgarien, Spanien, Frankreich (2007) : Paolo und Vittorio Taviani Regie : Paz Vega, Ángela Molina, Moritz Bleibtreu Schauspieler Das Haus der Lerchen eröffnete das diesjährige Europäische Filmfestival, das im südspanischen Sevilla stattfindet.
In dieser Co-Produktion der Brüder Taviani spielten auch zwei spanische und ein deutscher Schauspieler mit: Paz Vega und Ángela Molina, sowie Moritz Bleibtreu. Man befindet sich in der Türkei im Jahr 1915. Der Film mit einem historischem Kern und gleichsam aktuellen Charakter erzählt eine Geschichte, die leider dazu verurteilt scheint, sich zu wiederholen. Ein Thema des Films ist der Völkermord der Türken an den Armeniern, ein zweites Thema ist, wie in anderen Filmen des Festivals auch, die Liebe (soll doch der Betrachter entscheiden, welches für ihn die Haupt- und welches die Nebenhandlung ist). Es ist das erste Mal, dass ausländische Filmemacher die Geschichte dieses Völkermordes erzählen und nach Angaben der Brüder Taviani versuchte die türkische Regierung sie unter Druck zu setzen, damit der Film nicht erscheint. Aus diesem Grund musste er in Bulgarien, dem Co-Produktionsland, gedreht werden. Paolo Taviani sagte während eines Interviews, das in der Tageszeitung „El País“ veröffentlicht wurde: „Die Türkei will Mitglied der EU werden. Wir haben nicht die Absicht uns in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, aber als Mitglieder der aktuellen Europäischen Union müssen wir sie auffordern, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen.“ Die Regisseure erklärten, dass sie sehr stolz auf den Film seien und zwar nicht nur wegen der Zuschauermeinung, sondern vor allem, weil ihnen die Republik Armenien einen Preis dafür verliehen hat, dass sie das Leid ihres Volkes gezeigt haben. Der Film versucht mitten in der Barbarei den einzigen „Lichtblick“ zu zeigen, den die Menschen schaffen, die bereit sind, den Regeln, der Liebe, dem Wahnsinn, der Gutmütigkeit und, der in manchen Situationen schrecklichen Angst den Kampf anzusagen. Es ist diese Angst, die die Menschen dazu treibt, alles Mögliche zu tun, um das eigene oder das Leben der Familie zu retten, auch wenn es den eigenen Freunden schadet. Aus diesem Grund sind Schuld und Gewissensbisse die Gefühle, die am häufigsten in der Geschichte auftreten. Einen negativen Aspekt muss ich aber nennen: Die Schauspieler wirken künstlich, und in einigen Situationen ähnelt es eher einem Theaterstück als einem Film. Vor allem die Rolle der Frau des Oberst wirkt komisch als die Situation dramatisch scheint.

La_masseria_delle_Allondole__3_.jpgSara Domínguez Martín

Übersetzt von

Björn Gillmann