Kreuzzug für ein rauchfreies Europa

Artikel veröffentlicht am 31. Mai 2007
Artikel veröffentlicht am 31. Mai 2007

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Welttag ohne Tabak: Eine Reise durch ein Europa, das dem blauen Dunst den Rücken kehrt.

Unterlassen Sie das Rauchen, wir sind Engländer! Seit dem 1. Juli 2007 müssen alle Untertanen Ihrer Majestät an öffentlichen Orten auf Zigaretten und Ähnliches verzichten. England passt sich damit den anderen constituent countries des Vereinigten Königreichs - Schottland, Wales und Nordirland – an. Letztere hatten nach dem Vorbild der Wegbereiter Irland (2004), Italien und Schweden (2005) das Rauchen an allen öffentlichen Plätzen, einschließlich Bars und Restaurants, verboten.

Paris rauchfrei. Warschau wartet noch

Auch in Deutschland wird es eng für den Glimmstängel. Ab September wird sich hier das Rauchverbot auf öffentliche Verkehrsmittel, Bahnhöfe und Büros ausdehnen. Weiterhin dürfen keine Zigaretten mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden. Diese Maßnahme wurde am 25. Mai vom Bundestag verabschiedet.

Auch die französischen Nichtraucher können aufatmen. Seit dem 1. Februar 2007 ist das Rauchen an öffentlichen Plätzen, mit Ausnahme von Bars, Tabakgeschäften, Restaurants, Diskotheken und Kasinos verboten. Doch keine Angst: auch für diese Örtlichkeiten wird das Verbot ab dem 1. Januar 2008 gelten. Belgien hat sofort gehandelt: Seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt landesweit Rauchverbot in Restaurants und Bars.

Spanien ging mit den Maßnahmen etwas flexibler um. Der Rauch wurde zwar im Januar 2006 aus den öffentlichen Bereichen verbannt, aber in Bars und Restaurants gilt das Verbot nur teilweise. Lokale mit mehr als hundert Quadratmetern Fläche dürfen Raucherbereiche einrichten, unter der Bedingung, dass sie gut gekennzeichnet und vom Nichtraucherbereich abgetrennt sind. Kleineren Lokalen ist es freigestellt, ob sie das Rauchen verbieten oder nicht. Ein ähnliches Gesetz wird in einem Jahr in Portugal in Kraft treten.

Und wie steht es bei den neuen Mitgliedsstaaten? In Litauen gilt seit dem 1. Januar 2007 totales Rauchverbot. Im benachbarten Polen hingegen steht das Thema trotz starken Interesses der Öffentlichkeit noch nicht auf der Tagesordnung.

Ein Todesfall pro Tag

Trotz aller Vorbildlichkeit, trügt jedoch der Schein. Dem European tobacco control 2007-Bericht zufolge, ist die allgemeine Entwicklung des Tabakkonsums auf dem Kontinent praktisch unverändert. Nur in Einzelfällen seien Verbesserungen eingetreten. In vielen Ländern nimmt vor allem die Anzahl junger Raucher zu.

Der Tabakkonsum bleibt eine stetige Bedrohung, denn jedes Jahr kostet er über 650.000 Menschen das Leben. In Bezug auf das Passivrauchen sind die Zahlen alles andere als rosig. Gestützt auf einen Bericht des Smoke Free Partnership - eine Organisation, die Krebs und Herzkrankheiten erforscht – lässt das Europäische Parlament verlauten, dass jedes Jahr etwa 72.000 Europäer dem Passivrauchen in den eigenen vier Wänden erliegen. Weitere 7.000 fallen dem Passivrauchen am Arbeitsplatz zum Opfer. Die Angestellten von Restaurants, Bars und Nachtclubs sind mit einer Bilanz von 325 Toten pro Jahr besonders gefährdet. Dies entspricht einem Todesfall pro Tag.

Für eine umfassendere Problembehandlung veröffentlichte die Europäische Kommission im Januar das Grüne Buch Für ein rauchfreies Europa: Optionen für eine Initiative der Europäischen Union. Und was sagt Europa? Eine Eurobarometer-Umfrage zeigt schwarz auf weiß: 88% der Bürger sind dafür, Zigaretten vom Arbeitsplatz und von öffentlichen Orten zu verbannen. 62% der Befragten sprechen sich für das Rauchverbot in Bars und 77% für Nichtraucher-Restaurants aus.