Konstruierte Küsten

Artikel veröffentlicht am 8. Juli 2008
Artikel veröffentlicht am 8. Juli 2008
Sollte Umweltschutz irgendwann zum lukrativen Business avancieren, wird eine Luxusyacht im Mittelmeer wohl alsbald Touristentouren anbieten, um die Zerstörung europäischer Küstenstreifen zu Geld zu machen.

Umweltorganisationen prangern schon seit langem die zunehmende Abnutzung europäischer Küstenstreifen an: Touristenhochburgen an Stränden, Yachthäfen - schier unmöglich noch ein Stück unberührter Natur an Europas Küstenstreifen ausfindig zu machen. Die Natur musste der Urbanisierung weichen, um den Anforderungen des Massentourismus gerecht zu werden, der Sonne verkauft und hübsch konstruierte Strände.

Marbella, Spanien

Portugal und der größte Teil Spaniens sind für ihre Strände berühmt. Spanien ist das Land in Europa, das 2008 von der EU die meisten ‚blauen Fahnen‘ (576) für die Instandhaltung seiner Strände erhalten hat. Trotzdem findet man auf der iberischen Halbinsel unzählige zerstörte Küstenstreifen, an denen der Tourismus sein Unwesen treibt.

©snapp/Flickr

Lloret de Mar, Spanien

©f0ff0 / FlickrBereits 2001 wies Greenpeace in einem Bericht auf die verheerende Situation in dem beliebten Badeort hin: "Es geht nicht nur um Urbanisierung, sondern um Faktoren, die das Ökosystem der Küstenstreifen angreifen: Temperaturanstieg durch den Klimawandel, Müllabfuhr, Rückgang der Küsten, Artenvielfalt. Strände in einem akzeptablen Zustand zu halten wird teurer, ein Bad zunehmend unangenehmer."

Nizza, Frankreich

Die französische Riviera steht repräsentativ für die Betonkomplexe an der gesamten Mittelmeerküste: Nizza, Monte Carlo oder Cannes sind dafür prägnante Beispiele.

©Micheo/flickr

Rimini, Italien

Rimini - ein betonierter Balkon mit Blick auf die Adria.

©frasghi/flickr

Split, Kroatien

Die italienischen und kroatischen Küstenstreifen bieten aufgrund von ökokompatiblen Bauten teilweise noch unbelassene Strände.

©coraçao / Flickr

Kyrenia, Zypern

Auch in Griechenland, der Türkei oder Zypern kann der Naturliebhaber noch fündig werden.

©bayat/flickr 

Bodrum, Türkei

©wendyjeanarmstrong/flickrDie aktuelle Debatte um die Zerstörung europäischer Küstenstreifen beweist, dass die vor 10 Jahren unterzeichnete Aarhus-Konvention nicht ausreichend beachtet wird. Auch wenn die EU-Kommission seit längerem versucht, ein Überwachungssystem zu implementieren, fehlt es den Institutionen an notwendigen Kompetenzen, um ein funktionierendes Modell nachhaltiger Entwicklung für die europäischen Küsten einzurichten.