Kodaline : Es gibt keine perfekte Welt

Artikel veröffentlicht am 30. Januar 2014
Artikel veröffentlicht am 30. Januar 2014

2013 war das große Jahr für die vier Jungs aus Dublin, die sich zusammen Kodaline nennen. Sie haben ihr erstes Album In a perfect world herausgegeben, nachdem schon Jahre sehnsüchtig darauf gewartet wurde. Ihre erste Single Give Me a Minute hat schon Chart-Geschichte in Irland geschrieben. Ich habe mit der Band auf dem Eurosonic Festival in Groningen/Niederlande gesprochen.

Manche Leute vergleichen sie mit Coldplay, andere mit Keane. Kodaline kümmert das wenig. „Vergleiche sind Teil unseres alltäglichen Lebens und um ehrlich zu sein, lieben wir diese beiden Bands.“ Die vier irischen Jungs umgibt ein Karma. Diese Musiker wissen, was sie machen. Und sie machen es gut. In Groningen haben sie den EBBA (European Border Breaking Awards) gewonnen. Außerdem sind sie vom Publikum zur besten Band 2013 gewählt worden. Ihr Album In a perfect world war ein großer Erfolg in Irland und im restlichen Europa. Bevor sie auf die Bühne gingen, hatte ich die Möglichkeit mit ihnen über die perfekte Welt ihrer Träume und Dublin in Zeiten der Krise und des Post-Rocks zu sprechen.

Café Babel: Wie sieht die perfekte Welt aus?

Kodaline: Die perfekte Welt gibt es nicht. Was denkst du? Vielleicht können wir das Gespräch ja mal umdrehen, um die Journalisten durcheinander zu bringen (lachen). Spaß bei Seite In a perfect world war unsere erste Single von unserem Album und es ist ein sehr persönlicher Song. Dieser Geist umgibt uns noch heute.

Cb: Welche Bedeutung hat euer idyllisches Cover auf dem Album?

Kodaline: Die Drei auf dem Cover sind isoliert, aber sie sind trotzdem zusammen. So geht es uns vier aus der Band auch. Und ganz nebenbei ist es auch einfach ein schönes Bild. Man kann dieses Bild lange anstarren, also passt es ganz gut. Außerdem passt es zum Klang unserer Musik.

Cafèbabel: Peop­le say you’re not­hing but ano­ther Cold­play…

Kodaline: Wir sind Keane, Coldplay, was immer du auch willst … Vergleiche sind normal, sie sind Teil unseres Lebens. Wir vergleichen ja immer eine Sache mit einer anderen. Und Coldplay ist wirklich ein guter Vergleich: wir sind mit deren Musik groß geworden, also nehmen wir das nicht so schwer.

Cb: Wie sieht es in Dublin nach mehreren Jahren der Krise und Kürzungen in der Kunst-Szene aus?

Kodaline: Wir haben eine Menge Freunde, die die Universität abschließen und keinen Job bekommen. Viele wandern nach Australien und in die USA aus. Aber die Kunst- und Kulturszene in Dublin ist sehr lebhaft. Noch nie haben sich so viele Bands, wie in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren gegründet. Es fühlt sich fast so an, als ob die Kürzungen die Leute viel kreativer und proaktiver gemacht hat: Musik machen wird zur Flucht. Als das Land finanziell kollabierte, ist die Kultur nach oben geschossen. In harte Zeiten halten alle zusammen.

Cb: Wie sieht heute die Musik-Szene in Dublin aus?

Kodaline: Es gibt ungefähr 20 Auftritte jedes Wochenende, ungefähr 50 Bands auf. Etwa 20 davon spielen Instrumentalmusik. Historisch gesehen ist das neu, denn vorher hatten wir vor allen Dingen Folk-Bands. Jetzt sprießen eine Menge Post-Rock Bands aus dem Boden. God is an Astronaut und And so I watch you from afar touren durch Europa und erfinden Instrumentalmusik neu. Natürlich gibt es noch eine Menge Rockbands, aber die Zeit der Coverbands ist vorbei.

Cb: Welches waren eure Lieblingsbühnen bisher?

Kodaline: Jedes Mal, wenn wir nach Holland kommen ist es großartig. Das Paradiso ist unglaublich. Aber auch als wir einmal inmitten der Schweizer Alpen gespielt haben war es einfach unglaublich. Von dort konnte man noch nicht einmal die Menge sehen. Außerdem war das erste Mal in Italien in Mailand im Tunnel großartig und überraschend: die Menge war unglaublich und das Konzert war ausverkauft.