Klimawandel: Bürger machen Druck

Artikel veröffentlicht am 19. April 2007
Artikel veröffentlicht am 19. April 2007

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Am 22. April feiern über 500 Millionen Menschen in der ganzen Welt den „Tag der Erde“.

Der internationale „Tag der Erde“ mobilisiert seit über 35 Jahren Millionen von Menschen. Der Tag fand zum ersten Mal am 22. April 1970 statt. Er ging in den USA aus einem Projekt hervor, das das Umweltbewusstsein der Bürger und Politiker wecken sollte. Schon damals waren die Gefahren des Klimawandels auch außerhalb ökologischer Kreise bekannt. Aber erst 1992 wurde auf dem Klimagipfel in Rio die Notwendigkeit eines weltweiten Handelns auch auf Regierungsebene anerkannt.

Es dauerte weitere fünf Jahre, bis ein Aktionsplan in Form des Kyoto-Protokolls geboren wurde. Inzwischen haben die europäischen Staatschefs sich in einem Strategiepapier des europäischen Rats im März 2007 dazu verpflichtet, die CO2-Emissionen in Europa bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Doch die „negative Haltung der Vereinigten Staaten angesichts des Klimawandels“ bleibt bestehen, wie der europäische Umweltkommissar Stravros Dimas betont.

Grüne Schleife in Spanien

In Spanien finden gleichzeitig mehrere Demonstrationen in Madrid, Bilbao, Córdoba, Asturien und Valencia statt. Das Symbol dafür ist die grüne Schleife, die nach dem Vorbild der roten Schleife aus der Anti-Aids-Kampagne entstand. Die Demonstranten werden eine grüne Schleife von 25 Metern Länge und zwei Metern Breite durch Madrid tragen.

Saubere Strände in Griechenland

Auf der kleinen griechischen Insel Santorin werden zwei Organisationen, die Frauenrechtsorganisation IWOS und die Organisation zum Schutz der Meere HELPEMA, die jährliche Reinigung von sechs Stränden in die Wege leiten. Dies geschieht mit Hilfe von 240 Kindern und 25 Lehrern, aber auch „von anderen Vereinen, Händlern und Behörden der Insel“, wie die IWOS-Vorsitzende Anja Reuschenberg betont.

Typisch französische Pädagogik

Am gleichen Tag wird der pensionierte Physiklehrer Jacques Vaillant einige tausend Kilometer davon entfernt seine Besucher dazu einladen, komplexe Phänomene wie den Treibhauseffekt, den Kohlenstoffkreislauf, den thermischen Effekt, die Biomasse sowie energiesparende Architektur mit Hilfe von physikalischen Versuchen zu erforschen.

Vaillant hat um sein Haus herum ein „pädagogisches Zentrum für erneuerbare Energien“ angelegt, das mit einem kleinen Labor namens Coricancha ausgestattet ist – in Anspielung auf den Sonnentempel der Inka im peruanischen Cuzco. Die Initiative hat dazu geführt, dass ein „Netzwerk für nachhaltige Entwicklung“ in der Region gegründet werden konnte. Jacques Vaillant berät das ganze Jahr über Landwirte bezüglich Kulturpflanzen, die der Energiegewinnung dienen und gibt sein Wissen über Stadtplanung und Architektur an Behörden, Firmen und Privatpersonen weiter.

Ideen für die Zukunft

Das Konzept des „nachhaltigen Transports“ ist heutzutage bekannt. Aber wie ist es mit dem „nachhaltigen Kochen“? Der Verein Passerelle Eco aus dem französischen Montpellier organisiert für den 22. April eine Werkstatt zum Bauen eines „Sonnen-Herds“. Die Teilnehmer werden entdecken, wie man auf ökologisch sinnvolle Art kochen kann – mit Hilfe einer einfachen Holzfaserplatte, einem Edelstahlblech, einem Dutzend Nägeln sowie einem Glaskasten.