Keine sauren Trauben in Slowenien

Artikel veröffentlicht am 4. Mai 2004
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Artikel veröffentlicht am 4. Mai 2004

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Das Fest zur EU-Erweiterung ist gerettet: Slowenien bringt den Wein.

„ Freunde, die Ernte ist beendet und der Wein heilt unsrer Aug’ und Herzen Traurigkeit.“ Das ist kein Trinklied - es ist die Nationalhymne Sloweniens. Das neue Land in der EU ist ein wahrer Winzerexperte mit 250 000 Hektar Weinbergen, die etwa 80 Millionen Liter pro Jahr produzieren, von welchen die Slowenen etwa 45 Liter pro Person und Jahr selbst trinken.

Seit langer Zeit ist das Land ein Experte auf diesem Gebiet. In Sloweniens Nordwesten, im alten jüdischen Viertel von Maribor, finden wir einen der ersten Weinkeller Europas. Kein Geringerer als der römische Historiker Cornelius Tacitus (59-119 n. Chr.) erwähnte die Weine von Poetovio (das heutige Ptuj), zu denen er, wie es scheint, Sympathie bekundet hat. Eine Zuneigung, die auch der europäische Landwirtschaftskommissar Franz Fischler teilt: Dank ihm wurde ein Abkommen zur Ausweitung slowenischen Weinimports in die EU unterzeichnet, das seit dem 1.Januar 2002 in Kraft ist. Tatsächlich scheint die Kraft des feinen Bouquets und der volle Körper des slowenischen Weines die freundliche Aufnahme des Landes in den Schoß der EU erleichtert zu haben,seit das Abkommen von Fischler selbst als „wichtiger Schritt im Integrationsprozess Sloweniens in die EU“ bezeichnet wurde.

Wein für jeden Geschmack

So also kam dem französischen Bordeaux und dem spanischen Rioja am ersten Mai ein weiterer Konkurrent ins Haus, mit einem dionysischen Reichtum, der für ein so kleines Land überraschend ist. Eine Pracht, die der Vielfältigkeit des slowenischen Klimas zu verdanken ist, die drei Weinregionen mit verschiedensten Traubensorten entstehen ließ. In der sonnigen Primorska an der Adriaküste sticht der Teran hervor, ein Wein, den man zu prsut, dem slowenischen Schinken, verkosten sollte. Posavje, im Südosten des Landes, rühmt sich für den Cvicek, einen milden Rotwein, ideal für den Sommer. Podrajve, im Osten, ist eine Region süßer Weißweine wie dem Moscatel. In dieser Region, im Weinbaugebiet Jeruzalem, finden wir eine exquisite lokale Spezialität, den Sipon, dessen Name sich der Legende nach von dem Ausspruch der Soldaten Napoleons abgeleitet hat, die beim Verköstigen der Weine „C´est bon!“ gerufen haben sollen.

Die Qualität dieser Weine hat sich einiger internationaler Preise würdig erwiesen, angefangen mit dem Ljubljana International Wine Contest, dem ältesten internationalen Weinwettbewerb, seit 1955. Der gute Ruf dieser Weinprobe führte 1987 zur Vergabe des Titels „Stadt der Rebe und des Weines“ an Ljubljana durch die Konferenz der Internationalen Weinorganisation in Rom.

Slowenischer Kalimotxo

Ohne Zweifel sind die Slowenen jedoch auch dazu fähig, ihren Wein zu verschandeln. Der Bambus, Rotwein mit Orangenlimonade, und der Spricer, Weißwein mit Limo, zählen zu beliebten Getränken und gefährden so die diplomatischen Beziehungen zu ultraorthodoxen Weinanbauländern wie Frankreich.

Diejenigen, die von diesen Mischungen - wie die Franzosen - abgeschreckt sind oder die, denen Wein einfach nicht schmeckt, können immer noch das köstliche slowenische Bier probieren. Wenn möglich, ein veliko pivo, ein Großes.

Na zdravje! - Prost!