Jane’s Journey – Die Lebensreise der Jane Goodall

Artikel veröffentlicht am 19. Dezember 2010
Artikel veröffentlicht am 19. Dezember 2010
Dr. Jane Goodall © Richard Ladkani Eine Dokumentation über eine außergewöhnliche Frau und international renommierte Primatologin, und ihren Einsatz für uns und unsere Umwelt. Schimpansen sind keine Gorillas und Jane Goodall ist nicht Diane Fossey - der Verwechslung mit der bereits verstorbenen Diane von „Gorilla im Nebel“, begegnet Jane zu Beginn der Dokumentation mit Ironie: „Ich bin hier.

Von frühen Kindheitstagen an wusste Jane, dass sie in Afrika wilde Tiere beobachten wollte. Ihre Mutter unterstützte sie in dem Vorhaben und der Traum erfüllte sich. Jane lernte in Tansania den bekannten Anthropologen und Paläologen Louis Leakey kennen, der sie beauftragte, die Verhaltensweisen der Schimpansen, als Grundlage für seine Arbeit im Bereich der prähistorischen Menschen, zu erforschen. Sie beobachtete Schimpansen, die Werkzeuge machten und widerlegte die bis dahin geltende Auffassung, dass Menschen als einzige Lebewesen Werkzeuge herstellen.

jane11Archivaufnahme: Jane Goodall mit Schimpanse David Greybeard'' © Jane Goodall Institute''

Später heiratete Jane den Dokumentarfilmer Hugo van Lawick, der sie bei ihrer Arbeit mit den Schimpansen für National Geographic ablichtete, und ihr Kind, Hugo Eric Louis van Lawick, liebevoll genannt „Grub“, wuchs mit ihnen im Gombe Nationalpark in Tansania auf. Die Ehe scheiterte aufgrund Eifersucht und verschiedener Ansichten über Geld. Dann lernte Jane den Nationalparkdirektor Tansanias, Derek Bryceson, kennen und lieben; sie heirateten. Er erlag dem Krebs und Jane suchte Trost und Lebensenergie bei einem wochenlangen Aufenthalt im Wald.

Kurz danach änderte eine Konferenz, bei der verschiedene Schimpansenforscher ihre Ergebnisse präsentierten, ihr Leben. Sie entschied, dass die Zeit gekommen war, den Schimpansen und der Natur das zurückzugeben, was sie ihr gegeben hatten. Seitdem bereist sie unermüdlich die Welt und verbreitet ihr Wissen, versucht Menschen zu mobilisieren und für die Umwelt zu begeistern: „Wir haben diese Welt nicht von unseren Eltern geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen. (…) Was man sich leiht, gibt man zurück. Wir haben gestohlen und tun es immer noch. Das müssen wir ändern.“   Viele berührende Geschichten von Personen, die ihr im Rahmen ihres Vorhabens begegnen – vom Vater, dessen Sohn sich angesichts der tristen Lebensverhältnisse im Indianerreservat erhängt hat, von einer Gruppe junger Tansanier, die das von Jane gegründete Projekt „roots & shoots“ mit Erfolg betreiben, von einer Theatergruppe, die gegen den Konsum von Affen-/Schimpansenfleisch propagiert, von einem Marinesoldaten, der sein Augenlicht verloren hat und trotzdem Zauberer geworden ist und ihr ihren berühmten Stoff-Affen, Mr. Lewis, geschenkt hat, bis zu einer Restauranteröffnung im kongolesischen Flüchtlingslager in Tansania – werden eingebracht um das Ausmaß und die Erfolge ihrer Arbeit zu dokumentieren.

„Wenn wir doch unbestritten die intelligentesten Wesen sind, die je den Planeten bevölkert haben, wie kann es sein, dass wir diesen Planeten zerstören?“, fragt Jane in einem ihrer mitreissenden Vorträge als UN-Sonderbotschafterin für Frieden.

Eine Frau, die sich neben der Schimpansenforschung dem Tier- und Umweltschutz widmet und zum nachhaltigen Handeln appelliert. Die Frage stellt sich, ob eine gewisse Naivität diesen Film regiert, wo unsere Umwelt vom globalisierten Finanzmarktkapitalismus und hartem Konkurrenzkampf geprägt ist. Jane verbreitet aus genau diesem Grund weiterhin Hoffnung, im besonderen für die jungen Generationen: „Vergesst nie, dass ihr an jedem Tag etwas bewirkt, ihr habt Einfluss auf die Welt.“ Eine bewegende Biografie über eine faszinierende und starke Frau, die sich beharrlich und mit ganzer Leidenschaft für unseren Planeten einsetzt, Menschen mobilisiert und uns nicht nur Hoffnung gibt, sondern uns zum Handeln und Umdenken auffordert.

Kinostart in Österreich: 14. Oktober 2010