Ja zum Vertrag von Lissabon: Für mehr Jobs und gegen den Klimawandel

Artikel veröffentlicht am 30. September 2009
Artikel veröffentlicht am 30. September 2009
Bart Storan, glühender Verfechter des Vertrags von Lissabon und Vorkämpfer der Kampagne Generation YES, spricht darüber, wie er die Jugend Irlands überzeugen will, am 2. Oktober wählen zu gehen.

„Mann, das wurde aber auch Zeit“, seufzt einer der ersten, die ich frage, ob sie an Informationen über den Vertrag von Lissabon interessiert seien. In einer Zeit, in der Lügen und Fehlinformation der Öffentlichkeit an der Tagesordnung sind, will das irische Volk informiert werden. Und zwar richtig. Die irischen Politiker haben zu wenig Ansehen, um diese Aufgabe effektiv zu erfüllen, und so müssen Bürgerinitiativen den Iren die Fakten und Analysen bieten, die sie brauchen, um eine für die Zukunft ihres Landes wesentliche Entscheidung treffen zu können.

Der Vertrag von Lissabon als Garant für eine strahlende Zukunft?

Deshalb habe ich begonnen für Generation YES zu arbeiten, eine unabhängige Interessenvertretung, die im Dezember 2008 von einer Handvoll junger Leute aufgebaut wurde. Sie waren bestürzt über die graue Zukunft und die schlechten Jobaussichten, die uns drohen, wenn wir den Vertrag ein zweites Mal ablehnen, und ärgerten sich über das Scheitern der Mainstream-Kampagnen, die relevanten Themen aus der Sicht junger Leute anzugehen. Angetrieben von der Energie unserer Freiwilligen sind wir zu einer einflussreichen Gruppe herangewachsen, mit der in Irland ernsthaft gerechnet werden muss. Wir haben soziale Netzwerke genutzt, um die größte existierende Online-Fangruppe des Vertrags von Lissabon aufzubauen. Mit der Sicherheit, dass der Vertrag von Lissabon angemessen und gut für Irland ist, müssen wir jetzt auf die Straße gehen und mit jungen Menschen im ganzen Land diskutieren.

"Der Vertrag von Lissabon entscheidet über unsere Zukunft in Europa und der Welt"

Fast alle wissen, dass die Entscheidung, die Irland am 2. Oktober treffen wird, unsere Zukunft - sowohl in Europa als auch in den anderen Erdteilen - erheblich beeinflussen wird. In einer Zeit voller Krisen und Unsicherheit ist der Vertrag von Lissabon sehr wichtig, um uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen und die Zukunft junger Leute zu sichern. Dadurch, dass neue Investitionsmöglichkeiten und Arbeitsplätze in den Bereichen erneuerbare Energien, Technologie und Sport geschaffen, zusammen mit der EU globale Probleme wie Klimawandel und Menschenhandel angegangen und der Einfluss unserer gewählten Vertreter im Dáil (dem Unterhaus des Parlaments in der Republik Irland; A.d.R.) als auch im Europäischen Parlament gestärkt werden, ist dieser Vertrag entscheidend für die Zukunft Irlands und der EU.

Zu wenig Informationen und unverwüstliche Vorurteile

59% der irischen Jugendlichen haben 2008 mit "Nein" gestimmt

Der am häufigsten genannte Grund dafür, dass die Iren den Vertrag von Lissabon im letzten Jahr abgelehnt haben, ist der, dass sie sich nicht miteinbezogen fühlten. 42% derjenigen, die gegen den Vertrag gestimmt hatten, taten dies, weil sie nicht über ein Vertragswerk abstimmen wollten, über das sie nichts wussten. Unter den Gegnern des Vertrags stechen besonders die 18- bis 30jährigen hervor: 59% von ihnen haben mit „Nein” gestimmt - eine Besorgnis erregende Zahl. Dem Problem, einem Informationsdefizit, wäre dabei leicht Abhilfe zu schaffen. Daher konzentriere ich mich als Wahlkämpfer auf die wesentlichen Vorteile des Vertrags von Lissabon in den Bereichen Demokratie, grenzüberschreitende Kriminalität und Klimawandel. Dies sind Themen, mit denen man das Interesse der Iren wecken kann.

Genau wie der Wähler, der dachte, es „sei endlich an der Zeit”, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Vertrag von Lissabon zu beginnen, sind auch Mitarbeiter von der inhaltsleeren Diskussion im Jahr 2008 enttäuscht. Auch jetzt versuchen Organisationen mit fragwürdigen Absichten wieder, die Debatte zu untergraben, indem sie Ängste vor einem Mindestlohn von 1,84 Euro und anderen Bedrohungen schüren. Dabei verkauft sich der Vertrag von Lissabon eigentlich fast von selbst. Ein Vertragswerk, das es der EU ermöglicht, gegen internationale Verbrecher vorzugehen und den Klimawandel zu bekämpfen, und auf der anderen Seite jedem einzelnen Land erlaubt, die Entscheidungen der EU aktiv zu beeinflussen, liegt im Interesse aller Europäer. Wir bereiten uns auf die letzte Hürde vor, damit am 3. Oktober hoffentlich ganz Europa feiern kann!