Iss deine Suppe!

Artikel veröffentlicht am 4. Januar 2010
Artikel veröffentlicht am 4. Januar 2010
Wenn ihr nach einem Exzess aus Fett, Zucker und Alkohol an Abstinenz denkt, ist das normal! Das europäische Patentrezept: Suppe.

Die Temperaturen fallen ins Bodenlose. Der französischen "Galette des Rois" - dem Dreikönigskuchen - gelingt es, den von wiederholten Festessen bereits überfüllten Magen zu überfallen. In Aussicht auf Ostern, das Fastenbrechen bei den Katholiken und die Invasion von Schokoladeneiern, wollen die Europäer ohne Zweifel ihre Nahrungsaufnahme auf ein absolutes Minimum reduzieren. Das ist die Gelegenheit, bei der die Suppe wieder auf der Bildfläche erscheint, in leichter Aufmachung und nicht selten bunt.

Im Gegensatz zu anderen Gerichten riskiert es die Suppe nicht, die Europäer gegeneinander über die ©María ♥♣ Trébol (Goodbye for a while... )/flickrFrage aufzubringen, wer die Vaterschaft dieser genialen Idee hatte. Gemüse zu zerdrücken ist fast so alt wie die Welt: „Die Suppe taucht auf, als der Mensch das Mittel findet, mit dem man Wasser heiß macht und Nahrung kocht - ein Loch in der Erde und ein paar heiße Steine, die ins Wasser geworfen werden, eine Tierhaut, ein Schafsmagen. Wir befinden uns im Jahr 500 vor Christus“ , erzählt die französische Seite vivalasoupe.com. Die ersten Linsenbreie in Athen, die als Mittel betrachtet wurden, die „Moral der Truppen aufrechtzuerhalten“ oder Suppen aus Reis und Bohnen, außerdem noch die „extrem gepfefferte, auf Wild, Fisch oder Geflügel basierende und mit Honig versetzte“ Suppe der Römer. Die Rezepte und ihre Abwandlungen gehen ins Unendliche.

Was lustig ist an der Suppe, ist dass man ihr seinen persönlichen Hauch geben kann. Denkt an den, der ©fdecomite/flickreines Tages seine 'Vache Kiri' (französische Frischkäsemarke, A.d.R.) in eine Zucchinisuppe gemischt hat und sich nach einem ordentlichen Schluck, der wohlverdient war, bewusst geworden ist, dass diese Mischung genial ist! Die Klassiker wandern auch von einem Land ins andere: vom frischen und sommerlichen Gaspacho aus Spanien bis zur Rübe und dem Weißkohl weiter gen Osten. Und für den Sinnesgenuss nicht zu vergessen sind der flämische Hochepot (mit Speck, Paprikawürstchen und Kohl), die italienische Minestrone (Gemüsesuppe, die oft mit Nudeln angereichert ist), die gute alte Schwäbische Kartoffelsuppe und schließlich die traditionelle Zwiebelsuppe, und die in Frankreich generell am Tag nach den Feierlichkeiten oder nach durchzechten Nächten gegessen wird. Kommt wie gerufen!

Rezept für französische Zwiebelsuppe

Vorbereitung: 10 min - Garzeit: 40 min - Zutaten für 6 Personen:

- 12 mittelgroße Zwiebeln

- 45 g Butter

- 2 Knoblauchzehen

- 15 g Mehl

- 1,5 l Brühe

- 1 Lorbeerblatt

- Pfeffer und Salz

- 6 Scheiben Brot

- 60 g geraspelten Käse

©cbcastro/flickrDen Backofen vorwärmen. Die Zwiebeln zerkleinern und 15 Minuten lang in der Butter zergehen lassen. Dann das Mehl darüber pudern und den Knoblauch hinzufügen. Sobald das Mehl Farbe angenommen hat, die Brühe hineinschütten, das Lorbeerblatt hinzufügen und alles 15 Minuten köcheln lassen. Den Käse auf die Brotscheiben streuen und im Ofen überbacken lassen. In die Suppe legen und heiß servieren.