Interview mit Viviane Reding

Artikel veröffentlicht am 17. April 2014
Artikel veröffentlicht am 17. April 2014

Viviane Reding ist Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission und Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft. Wir treffen sie bei der Einweihung der „Plattform für ein Europa der Frauenrechte“ in Paris. Neben der Luxemburgerin sind die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und drei weibliche Nobelpreisträgerinnen gekommen. Kurz gefragt, wie es um die Rechte der Frauen in Europa steht.

Café Babel: Warum müssen wir heute in Europa noch über Frauenrechte sprechen?

Viviane Reding: Ich bedauere, dass es keine Geschlechtergleichheit in Europa gibt. Wir wollen Firmen dazu bewegen, dass sie eine Frauenquote von 40 Prozent einführen. Wenn der Wert einmal erreicht ist, brauchen wir hoffentlich keine Quote mehr und die unsichtbare Decke ist durchstoßen.

CB: Unter den Uniabsolventen sind Frauen mit 60 Prozent schon heute in der Mehrheit. Trotzdem werden sie am Ende schlechter bezahlt. Woher kommt das?

VR: Frauen werden Mütter und sind in der Folge häufig benachteiligt. Es fehlt Frauen auch häufig an Netzwerken, wie sie Männer gerne pflegen. Außerdem mangelt es Frauen oft auch am nötigen Selbstvertrauen.

CB: Welches Land ist ein besonders gutes Beispiel für Geschlechtergerechigkeit?

VR: Frankreich ist ein gutes Beispiel mit seinen Kindertagesstätten. Deutschland ist ein schlechtes Beispiel, da es dort kein vergleichbares System gibt.

CB: Ich komme aus Deutschland, welche Partei sollte ich wählen, damit die Frauenrechte besser durchgesetzt werden?

VR: Leider kann ich auf diese Frage in meiner Funktion nicht direkt antworten, da musst du die Kandidatinnen und Kandidaten selber Fragen.