Internationales Festival der Umweltabbildungen

Artikel veröffentlicht am 27. Mai 2008
Aus der Community
Artikel veröffentlicht am 27. Mai 2008
Vom 15. bis zum 21. Mai fand im Parc de Bercy in Paris das Internationale Festival der Umweltabbildungen statt. Es zeigte Fotos, Videos, Installationen und auch Kurzfilme, die sich dem Thema „Umwelt“ widmeten.

Es sind nicht nur Fotos, die wir entdecken: Die ausgestellten Künstler bringen uns dazu, auch die Verbindung mit der Umwelt zu sehen. Sogar auf dem Fußboden sind Bilder ausgestellt, darunter auch Fotografien von Eric Franceschi. Er ist der Huveaune gefolgt, einem französischen Fluss, von der Quelle bis zur Mündung. Dabei dokumentiert er dessen Zustand, zeigt, wie er nach und nach durch Müll und andere Abfälle verkommt. Xavier Delory lädt uns ein nach Belgien: Dort zeigt er uns die Standardisierung von Wohnungen auf dem belgischen Land, die ohne Rücksicht auf die Umwelt gebaut wurden. Ähnlich Andrea Meichsner: Ihre Bilder zeigen ein Feriendorf in Holland. Die Homogenität der Gebäude lässt dabei denken, dass es sich hier nicht um echte, sondern um Playmobilhäuser handelt.

Weiter in Richtung Poznan, in Polen. In dieser Stadt hat Laura Berg Fotos von Zootieren gemacht. Ihre Bilder bringen die Traurigkeit und die gefühlte Sehnsucht zum Ausdruck, die die Tiere durch ihre Gefangenschaft erleiden. Dass die Bilder schwarz-weiß sind verleiht ihnen noch mehr Ausdruck. Danach geht es zurück nach Paris, mit Magali Roucaut und ihren Bildern „Das Paris der wilden Blumen“. Sie zeigt große Blumenfelder, mit dem Grand Arche oder anderen Stadtelementen im Hintergrund. Als nächstes beschreibt Pierre-Jérôme Jehel die kulturelle Dimension einer Landschaft, durch Bilder von bewohnten Gegenden einer lang vergangenen Zeit.

Noch ausdrucksstärker sind die Fotos von Cédric Widmer aufgenommen nach den verheerenden Bränden in Portugal. Sie erinnern daran, dass Menschen dieses ökologische Desaster verursacht haben. Im weiteren Verlauf kommen ähnliche Bilder aus Frankreichs, Europas und der ganzen Welt hinzu.

Einen ganz anderen Ansatz bietet eine Installation in einem anderen Saal: Hier sind wir eingeladen, auf einem Hometrainer Rad zu fahren und damit Strom zu produzieren. Durch die erzeugte Energie werden Lichter zum leuchten gebracht. Ihre Intensität variiert dabei je nach unserem Kraftaufwand. Ziel dieser Installation ist es, sich das Verhältnis zwischen bestehenden Ressourcen (der Körperenergie) und den Ergebnissen (dem Licht) bewusst zu machen.

In einem anderen Saal kann man es sich auf Matratzen, Decken und Kissen gemütlich machen. Hier werden Kurzfilme gezeigt. Eines der Videos zeigt Skifahrer auf einer Sprungschanze. Doch anstatt sanft auf dem Schnee zu landen, stürzen sie auf die harte Erde. Ein Schockelement, um auf die Gefahren der Erderwärmung aufmerksam zu machen.

Die Ausstellung bietet einen neuen Ansatz, für das hochaktuelle Thema „Umwelt“ zu sensibilisieren. Sie ist mit Sicherheit wirksamer und effektiver als es ein langer Vortrag sein könnte. Außerdem erlaubt der internationale Ansatz der Ausstellung, global an das Problem heranzugehen, mit der ganzen Vielfalt der Welt und ihren ökologischen Problemen.

Wer die Ausstellung verpasst hat: Es sind neue Termine geplant, auch im Ausland. Mehr Informationen dazu gibt es unter: www.fiie.fr.