Inflation und Wachstum am Horizont der Eurozone

Artikel veröffentlicht am 19. September 2007
Artikel veröffentlicht am 19. September 2007

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Die Jahresteuerung der Eurozone ist im August um 0,1 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent gesunken.

So wie jeden Monat gab ECOFIN (Rat der EU für Wirtschaft und Finanzen) die Zahlen zur Inflation der 13 Mitgliedstaaten der Eurozone bekannt. Holland ist laut Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaften) das Land mit der niedrigsten Inflationsrate, die höchste Marke weist Slowenien mit 3,4 Prozent auf. Für gewöhnlich geht die Verringerung der Inflation mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums einher.

Der EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, Joaquín Almunia, gab am 12. September 2007 die nach unten revidierten Zahlen hinsichtlich seiner Prognosen vom Mai bekannt. In seinen Prognosen hatte er das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in der Eurozone auf 2,5 statt auf 2,6 Prozent angesetzt. Allerdings gibt es auch Spannungen, die die Inflation wachsen lassen könnten, ohne aber gleichzeitig das Wirtschaftswachstum in den nächsten Monaten zu beschleunigen.

Widersprüchliche Entwicklung?

Einerseits hat das Barrel Brent am internationalen Markt den historischen Wert von 80 Dollar erreicht, das sind fast 80 Prozent mehr als im Jahr 2004. Solange die EU innovative Energiesektoren wie Windkraft, Solarenergie und Biomasse nicht weiter fördert, bleibt die Industrie weiterhin vom teuren Erdöl abhängig.

Andererseits zwang die Hypotheken-Krise die Europäische Zentralbank (EZB) dazu, Rekordsummen in den Geldmarkt zu pumpen, ohne den Leitzins zu erhöhen (aktuell bei 4 Prozent). Der Satz wird von Zentralbanken festgelegt, um die Preisinflation zu kontrollieren.

Schlussendlich haben die Missernten im Frühling 2007 sowie der immer größer werdende Einsatz von Biomasse der europäischen Energiekonzerne zu einer Verteuerung der Grundnahrungsmittel, wie zum Beispiel Getreide, geführt. Zunehmend spielen Energiekonzerne eine Rolle in landwirtschaftlichen Sektoren: Ihr Bedarf hebt die Preise besagter Produkte auf dem europäischen Markt, welche noch dazu den Produktionsbeschränkungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) unterworfen sind.

Mariann Fischer-Boel, EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, hat am 13. September reagiert und für den Herbst 2007 und das Frühjahr 2008 die eigentlich verpflichtende Stilllegung von 10 Prozent der Anbaufläche ausgesetzt. Die Ausnahmeregelung betrifft fast 4 Millionen Hektar (vergleichsweise 5,6 Millionen Fußballfelder).

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen - wie die des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy - die eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fordern, die "Unabhängigkeit" und "Ernährungssicherheit" garantieren, Subventionen abschaffen und heimische Produkte bevorzugen soll. Die Reform würde sich für Landwirtschaftsgroßmächte wie Spanien, Frankreich und Portugal lohnen.