In die Jugend Europas investieren!

Artikel veröffentlicht am 6. März 2006
Artikel veröffentlicht am 6. März 2006

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Die EU-Kommission plant Budgetkürzungen für die Jugendprogramme der Union. Dies wird sich negativ auf das Engagement der Bürger auswirken, glaubt Diogo Pinto, Generalsekretär des European Youth Forum.

Im Dezember hat der Europäische Rat seine Budgetverhandlungen beendet. Darin ist vorgesehen, im Rahmen einer umfassenden Kürzung der Mittel für Kultur, Jugend und Bürgerschaft auch das Budget der Jugendprogramme „Youth in Action“ und „Lifelong-Learning“ zu kürzen. Der Etat für diesen Bereich wird eingefroren. Er wird von 176 Million Euro im Jahr 2007 auf nur 179 Million Euro im Jahr 2013 steigen – berücksichtig man die Inflation. Die Gelder für bürgerschaftliches Engagement werden zwischen 2006 und 2007 um 8% gekürzt.

200.000 Jugendliche sind betroffen

Es ist mehr als je zuvor erforderlich, dass die jungen Bürger Europas ihren Kontinent kennenlernen, dass sie von und mit anderen Europäern lernen. Die beiden von der Kürzung betroffenen Programme tragen hierzu bei, indem sie Räume für Treffen, Austausche und ehrenamtliches Engagement schaffen und so junge Europäer aus unterschiedlichen Ländern zusammenbringen. „Youth in Action“ wird wahrscheinlich um 12% sinken, „Lifelong-Learning“ wird zwischen 40 und 60 Prozent seiner Mittel verlieren.

Jugendliche in ganz Europa werden von den massiven Einschnitte bei „Youth in Action“ betroffen sein. Das Programm hat in den letzten 6 Jahren die Aktivitäten verschiedener Jugendorganisationen entscheidend unterstützt. Auch die Beteiligung von knapp 200.000 jungen Menschen an über 8.000 Jugendtreffen zwischen 2000 und 2002 ist dem „Youth in Action“ Programm zu verdanken.

Ihr Engagement sollte erweitert und verstärkt, aber nicht reduziert werden. Das „European Youth Forum“ (Europäisches Jugend-Forum) vertritt als Plattform die Jugendorganisationen in Europa. Sie unterstützt den Vorschlag des Europäischen Parlaments, der etwas mehr als eine Milliarde Euro für „Youth in Action“ und 14.6 Milliarden für „Lifelong-Learning“ vorsieht. Das von der europäischen Kommission im Juli 2004 vorgeschlagene Budget hätte zumindest das volle Funktionieren der Programme ermöglicht. Es sah 915 Millionen Euro für das „Youth in Action“ und 13.6 Milliarden Euro für das „Lifelong-Learning“ Programm vor. Die vom Rat vorgeschlagenen Einschnitte werden jedoch die Vielfalt und die Qualität der Programme schwächen.

Die Zukunft bauen

Die Europäischen Institutionen müssen an einem Strang ziehen, und dem europäischen Projekt keine widersprüchlichen Signale senden. Der soeben erschienene Bericht über die Öffentlichkeitsarbeit der EU glaubt, dass diese Jugendprogramme die Kluft zwischen Europa und ihren Bürgern überbrücken könnten. Die Diskussionen über die europäische Verfassung und die Kommunikationsstrategie der Union (Spitzname: „Plan D“) haben bewiesen, dass junge Leute an der Gestaltung Europas und der Diskussion um ihre Zukunft beteiligt werden müssen. Mit Hilfe des Programms können sich Jugendorganisationen und Jugendliche an der Demokratisierung der Union beteiligen, es wird Bürgernähe geschaffen. Ein Gefühl für die „Europäische Staatsbürgerschaft“ und neue Regierungsformen könnten so entstehen. Doch die Ressourcen sind knapp – deshalb werden diese Ideen nie in die Tat umgesetzt werden.

Der europäische Rat sollte seine Entscheidungen endlich in die Tat umsetzen. Letztes Jahr verabschiedete er auf seinem Frühlingstreffen den Europäischen Jugendpakt. Hinter diesem Pakt stand die Idee, dass nur junge Leute der Lissabon Agenda, die dem Kontinent den wirtschaftlichen Aufschwung bescheren soll, zum Erfolg verhelfen können. „Die Möglichkeiten des akademischen Austauschs in andere Mitgliedsstaaten ausbauen“ – Das ist ein Vorhaben des Europäischen Jugendpakts. Doch das wird mit dem neuen Budget nicht machbar sein.

Die Institutionen der EU müssen jungen Leuten Möglichkeiten schaffen, sich in die Zivilgesellschaft zu integrieren. Man muss bereit sein, in die Zukunft Europas und die nächsten Generationen zu investieren. Es ist ein vergleichsweise nur kleiner Geldbetrag, um den es geht. Doch seine Wirkung ist vielfältig und deshalb Gold wert.