Ich verpasse dir eine Hostie!

Artikel veröffentlicht am 15. Juni 2006
Artikel veröffentlicht am 15. Juni 2006

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Die meisten Ausländer, die nach Spanien reisen, haben eine idealistische Sicht darauf, wie hierzulande die christlichen Riten zelebriert werden.

Das kann zu gefährlichen Missverständnissen führen. Fall Sie eines Tages auf einen Spanier treffen, der „te voy a dar una hostia” ausruft („ich gebe dir eine Hostie“), sollten Sie schleunigst die Flucht ergreifen oder verteidigungsbereit sein.

Ähnlich der römischen Redewendung „ti dò una pizza“ („Du fängst dir gleich eine Pizza“) oder der französischen „je te mets un pain dans la gueulle“ („Du bekommst gleich ein Brot in die Fresse“), versteckt sich dahinter nämlich keine Freundlichkeit.

Wer mit einer solchen Vehemenz das Wort ergreift, möchte damit nicht seine ungebrochene Frömmigkeit zum Ausdruck bringen. Noch weniger handelt es sich dabei um eine Missionierungstätigkeit, wie sie Christen üblicherweise im Sinn haben, wenn sie das heilige Brot verteilen.

Nein, ganz im Gegenteil: er möchte Ihnen einen Faustschlag verpassen. Denn, entgegen dem, was man erwarten würde, wird in Spanien, mit seiner Vorliebe für Groteskes und Paradoxes, viel Gotteslästerung betrieben.

Ein Rat: Nehmen Sie nur solche Hostien an, die man Ihnen in einer Kirche anbietet.