Hase! Immer schön langsam!

Artikel veröffentlicht am 14. Dezember 2005
Artikel veröffentlicht am 14. Dezember 2005

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Mit Hilfe der Fabel vom Wettlaufs zwischen Hase und Schildkröte haben Dichter wie Äsop oder Lafontaine verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Dinge langsam, aber umsichtig und effektiv anzugehen. Ihr Einfluss auf die kollektive Vorstellungswelt des Kontinents ist so groß, dass wohl jeder Europäer jene Geschichte nacherzählen kann: Vom Sieg der langsamen, aber beharrlichen Schildkröte über den schnellen, aber ungestümen Hasen. Außer die Deutschen. Die haben an die Stelle der Schildkröte einen Igel gesetzt.

Aber das ist noch nicht alles. In Sprachen wie dem Katalanischen, Französischen und Italienischen gibt es alte Sprichwörter, mit denen die Geschichte kurz und knapp zusammengefasst werden kann. Für die Katalanen bedeutet cal anar poc a poc i amb bona lletra (langsam und in Schönschrift), dass man ruhig und damit letztendlich effektiver schreiben sollte. Für die Italiener heißt es dagegen: Chi va piano va sano e va lontano (Wer langsam voranschreitet, wird gesund und munter sehr weit kommen). Und einige gar nicht so barocke Franzosen empfahlen einmal: Il ne faut pas confondre vitesse et precipitation (Man sollte Schnelligkeit nicht mit Hast verwechseln.)

Aber ihr könnt sagen was ihr wollt: Mir persönlich gefällt die Fabel vom Sieg des Schwachen über den Starken besser. Eine Frage der Romantik.