Gute Freunde kann niemand trennen

Artikel veröffentlicht am 4. September 2013
Artikel veröffentlicht am 4. September 2013

Das Leben während einer Rezession ist oft nicht leicht, aber – um die Beatles zu paraphrasieren – „with a little help from our friends“ kommen wir ganz gut durch. In der Tat sind es die harten Zeiten, in denen wir realisieren, wer unsere wahren Freunde sind. Also sagt den Schönwetterfreunden Lebewohl und entdeckt, wie die Europäer ihre guten, anständigen und verlässlichen Freunde nennen.

Er ist für dich da, wenn du dich mitten in der Nacht aussperrst; sie steht mit dem Schraubenschlüssel bereit, wenn dein Auto wieder einmal eine Panne hat. Wer so einen guten Charakter und so eine verlässliche Natur hat, ist für die Briten ein „gutes Ei“ („a good egg“) oder wird als „Salz der Erde“ bezeichnet („salt of the earth“) was auf ein Bibelzitat zurückgeht, das den hohen Wert des weißen Goldes betont (nebenbei, wusstest du, dass das Wort „salary“ für Gehalt seine Wurzeln in „salt“ hat?).

In Frankreich würde man einen verlässlichen Freund als jemanden „mit guter Beschaffenheit („il est bonne de composition“) bezeichnen. Alternativ kann man die etwas obskure religiöse Wendung verwenden, „man würde ihm den guten Gott ohne Beichte geben“ („on lui donnerait le bon dieu sans confession“) – also dass er so anständig ist, dass er gar nichts zu beichten hat. Allerdings wird diese Redewendung inzwischen öfter eher ironisch verwendet, denn so manch ein süßes Engelchen mag in Wirklichkeit auch die eine oder andere Schattenseite offenbaren.  

In Italien und Spanien nennt man gute, aufrichtige Menschen „ein Stück Brot“ („è un pezzo di pane“; „ser un pedazo de pan“), auf Spanisch auch manchmal „noch besser als Brot“ („ser más bueno que el pan“).  Wo wir schon bei den Brot-Metaphern sind, für die Griechen ist ein anständiger Mensch „gemacht aus gutem Teig“ („είναι από καλή πάστα“). Am anderen Ufer des großen Teichs, in Mexiko, sind ehrenwerte Menschen „das Brot Gottes“ („ser un pan de Dios“).

Allerdings steht Brot nicht überall für Gutherzigkeit, in Deutschland oder Österreich bezeichnet man weniger intelligente Zeitgenossen als „dumm wie Brot“. Eine vertrauenswürdige Person nennt man dafür „eine ehrliche Haut“, ein wertvoller Freund ist „ein Goldstück“. 

In Polen sagt man über gute, freundliche Menschen, dass man sie „auf eine Wunde legen kann“ („do rany przyłóż“), wie einen schützenden Verband.