Glückwünsche an Mittel- und Osteuropa zum vierten EU-Geburtstag

Artikel veröffentlicht am 30. April 2008
Artikel veröffentlicht am 30. April 2008
Vier Jahre ist es her, dass die Europäische Union ihre Türen weit geöffnet hat und zehn Mitgliedsstaaten willkommen hieß. Nicht für jedes Mitgliedsland ist daraus eine Erfolgsstory geworden.

Am 1. Mai 2004 traten acht Länder aus dem ehemaligen Sowjetblock und zwei Mittelmeer-Inseln der EU bei. Die Anzahl der Mitgliedstaaten wurde zu diesem Zeitpunkt von fünfzehn auf fünfundzwanzig Mitgliedsländer erweitert. Heute zählt die EU 27 Mitglieder. Doch die Euphorie über den Beitritt klang schnell ab als sich herausstellte, dass Großbritannien als eines der wenigen Länder seinen Arbeitsmarkt für die Arbeiter neuen Mitgliedsstaaten öffnen würde. Zusammen mit Irland und Schweden verzichtete es auf das Recht, bis zu sieben Jahre andauernde Restriktionen zu verhängen.

Obwohl sich Europas Wirtschaft seit einiger Zeit wieder im Aufschwung befindet ist das Wachstum immer noch beklagenswert langsam und die Arbeitslosenquote hoch. Die Wirtschaftsbilanzen nach der Erweiterung variieren stark. Slowenien führte die europäische Währung am 1. Juli 2007, ein Jahr vor Zypern und Malta ein. Polen ist dem Euro gegenüber mittlerweile positiv eingestellt. Es plant, die Maastricht-Kriterien bis 2011 zu erfüllen, um dann den Zloty durch den Euro zu ersetzen.

Die Slowakei wird 2009 das erste Beitrittsland von 2004 sein, das den Euro einführt. Im Gegensatz dazu hat sich die ungarische Wirtschaft in den letzten Jahren nur mühsam entwickelt. Für 2009 rechnet man mit einer Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts von nur 3.9 Prozent. Die Einführung des Euro ist zunächst nicht in Sichtweite, obwohl Analysten vermuten, dass Ungarn der Euro-Zone zwischen 2013-2016 beitreten wird.

Nichtsdestotrotz war der große Wurf der EU im Mai 2004 in vielerlei Hinsicht sehr erfolgreich. Er brachte den neuen Mitgliedsländern Stabilität und Wohlstand. Mit 25 Mitgliedern an Bord war die EU fortan in der Lage, ihre gescheiterte Verfassung von 2005 zu überdenken und den Vertrag von Lissabon ratifizieren zu lassen. Elf Länder sitzen bereits im Boot, 16 müssen bis zum 1. Januar 2009 noch folgen.