George MacKay: Ein Wolf im Batmankostüm 

Artikel veröffentlicht am 13. Februar 2014
Artikel veröffentlicht am 13. Februar 2014

Auf eine Rolle festlegen? Bei George MacKay ist das unmöglich. Begegnung mit einem Schaupieler, der sich immer wieder neu erfindet.

In Groß­bri­tan­ni­en ist er be­reits einer der New­co­mer. Nun möch­te der junge Schau­spie­ler auch den Rest von Eu­ro­pa er­obern: Ge­or­ge MacK­ay ge­hört zu den Eu­ro­pean Shoo­ting Stars 2014.

Seine sub­ti­le Dar­stel­lung eines Au­ßen­sei­ters mit fra­gi­lem, men­ta­lem Zu­stand in For those in peril  über­zeug­te die Jury, ihn aus­zu­zeich­nen. Die Dorf­be­woh­ner im Film von Re­gis­seur Paul Wright ma­chen den Au­ßen­sei­ter als ein­zig Über­le­ben­den eines Fi­sche­rei­un­glücks für die Tra­gö­die ver­ant­wort­lich.

Ge­or­ge MacK­ay im of­fi­zi­el­len Trai­ler zu For those in peril von Paul Wright

Nach­dem Mack­ay be­reits den schot­ti­schen BAFTA-Award 2013 als bes­ter Schau­spie­ler für seine Leis­tun­gen in For those in peril ge­wann, sieht er die Aus­zeich­nung als Shoo­ting Star als ein wei­te­res High­light sei­ner noch jun­gen Kar­rie­re: „Es war total auf­re­gend, als ich davon er­fah­ren habe. Man hat so viele Mög­lich­kei­ten, lernt Schau­spie­ler aus ganz Eu­ro­pa ken­nen und schließt neue Freund­schaf­ten“, er­zählt er be­geis­tert im In­ter­view am Rande der Pres­se­kon­fe­renz der Eu­ro­pean Shoo­ting Stars 2014.

Grimassen als Karrierestart

Be­reits im Alter von fünf Jah­ren wuss­te Ge­or­ge MacK­ay, dass er Schau­spie­ler wer­den würde: „Ich habe mir nie große Ge­dan­ken dar­über ge­macht. Ge­mein­sam mit Freun­den spie­len: al­ber­ne Gri­mas­sen oder Stim­men haben mir Spaß ge­macht.“ Kein Wun­der, dass er be­reits da­mals mit Freun­den selbst Peter und der Wolf in­sze­nier­te. Er selbst hätte sich wohl als Wolf im Bat­man­kos­tüm ge­cas­tet, er­zählt der Schau­spie­ler.

Seine Kar­rie­re als Schau­pie­ler be­gann dann doch als Curly in P.J. Ho­gans Peter Pan. Es folg­te The boys are back – Zu­rück ins Leben von Re­gis­seur Scott Hicks . Bei den Bri­tish In­de­pen­dent Film Awards wurde er für seine Rolle in die­sem Film als bes­ter New­co­mer und bei den Cri­tics Cir­cle Awards als bes­ter bri­ti­scher Nach­wuchs­dar­stel­ler no­mi­niert.

Öfter mal was Neues

Und die Band­brei­te sei­ner Ar­beit scheint un­end­lich: Im ver­gan­ge­nen Jahr be­ein­druck­te er in Dex­ter Flet­chers Sunshi­ne on Leith als sin­gen­der Sol­dat, der aus Af­gha­nis­tan heim­kehrt. Der Film, der auf einem Büh­nen­hit ba­siert und Lie­der der Pop-Folk Band The Pro­clai­mers ent­hält, zeigt das Leben von Davy und Ally, die sich erst wie­der an ihr Leben in Edin­burgh ge­wöh­nen müs­sen. Auch wenn MacK­ay zuvor kei­ner­lei mu­si­ka­li­sche Er­fah­rung hatte, nahm er die Her­aus­for­de­rung an:  „Das war schon ein wenig be­ängs­ti­gend – nicht nur für mich. Aber der Re­gis­seur ver­trau­te uns“, be­tont er. Auf die Frage nach dem lus­tigs­ten Mo­ment wäh­rend des Drehs er­zählt er von den ver­schie­dens­ten Ge­räu­schen, die sie ma­chen muss­ten. „Ouawww!“ schreit er plötz­lich und lacht. Der Schrei sei nur ein Bei­spiel dafür.

Wäh­rend des In­ter­views wird deut­lich, dass Ge­or­ge MacK­ay sich kei­nes­wegs zu­frie­den gibt. „Ich möch­te als Schau­spie­ler immer dazu ler­nen. Auch über das eu­ro­päi­sche Kino möch­te ich mehr wis­sen. Die Ber­li­na­le und die Shoo­ting­stars sind ein Teil davon.“

Mo­men­tan steht Ge­or­ge MacK­ay für das Thea­ter­stück Ce­ment Gar­den in Lon­don auf der Bühne. Die­ses Jahr wird er au­ßer­dem in Pride  einem Film von Mat­t­hew War­chus zu sehen sein, in dem eine Grup­pe von Ak­ti­vis­ten, die sich für die Rech­te Ho­mese­xu­el­ler ein­setzt, strei­ken­de Mi­nen­ar­bei­ter wäh­rend der Re­gie­rungs­zeit von Mar­ga­ret That­cher un­ter­stüt­zen möch­te. Was da­nach kommt? Wer weiß. Las­sen wir uns über­ra­schen.

Cafébabel Berlin bei der 64. Berlinale

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