Geht der „härteste Job der Welt“ an einen Osteuropäer?

Artikel veröffentlicht am 8. März 2016
Artikel veröffentlicht am 8. März 2016

Das Jahr hat zwar gerade erst begonnen, doch vielerorts läuft der Wahlkampf und Stimmenfang schon auf Hochtouren. Das Brexit-Referendum und die amerikanischen Präsidentschaftswahlen stehen ins Haus, aber auch in Osteuropa wird sich die politische Landschaft verändern. Der nächste Generalsekretär der Vereinten Nationen könnte vielleicht aus Osteuropa kommen.

2016 wird das große Wahljahr: Das Amt des UN-Generalseketrärs wird neu besetzt, Bulgarien wählt einen neuen Präsidenten und Montenegro entscheidet über ein neues Parlament.

Wenn man dem Modus Operandi der Vereinten Nationen Glauben schenkt, werden die Geschicke des UN-Generalsekeretariat bald von einem Osteuropäer geleitet. Dafür haben sich einige ehrliche Diplomaten und die Opposition eingesetzt. Sie sind der Meinung, dass es endlich Zeit wird, dass Osteuropa nicht mehr als „Anhängsel“ der westlichen Staaten, sondern als ebenbürtiger Partner auftritt.

Wie auch immer die Wahl des neuen Generalsekretärs ausfallen wird, eine Hinwendung zu den osteuropäischen Ländern könnte und sollte eine gute Gelegenheit sein, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. In Bezug auf Osteuropa ist der amtierende UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sehr bemüht, den Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo zu schlichten. Die Rolle des UN-Vorsitzenden sieht er darin, „Harmonien zu schaffen und Brücken zu bauen“. Zwischen Belgrad und Pristina hat er die Annäherung bereits erfolgreich vorangetrieben. Doch dieses Engagement bleibt nichtsdestotrotz nur ein Nebenschauplatz. Zu Ban Ki-Moons Hauptanliegen gehören Themen wie Nachhaltigkeit, die Selbstständigkeit der Frauen, der Atomabbau, die Stärkung der Vereinten Nationen und die allgemeine Friedenssicherung. Der allererste UN-Generalsekretär, ein norwegischer Staatsmann namens Trygve Lie, ist mit dem Ausspruch bekannt geworden, dass er den “härtesten Job der Welt” hätte. Angesichts der Verantwortung, die mit diesem Posten einhergehen, sind solche Worte nicht verwunderlich.

Letztes Jahr haben die Vereinten Nationen als großer Friedens- und Sicherheitsgarant ihren 70. Geburtstag gefeiert. 2016 steht ein anderes Jubiläum in der Agenda der osteuropäischen Geschichte bevor. Das Abkommen von Dayton, das das Kriegsende in Bosnien und Herzegowina besiegelte, jährt sich zum 20. Mal. Auch wenn der Ausgang dieses Abkommens umstritten ist, wäre es dennoch interessant, in diesem symbolgeladenen Jahr einen Osteuropäer an der Spitze der Vereinten Nationen zu sehen. Dies könnte das Bild der Osteuropäer in der Welt verändern und die Aufmerksamkeit mit mehr Vehemenz auf Wachstum und Aufbaupolitik lenken.

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Dieser Artikel ist Teil unserer Spezialreihe EAST SIDE STORIES, die zu einer größeren Vielfalt an Standpunkten in den europäischen Medien beitragen soll.