Frauenbilder auf dem Crossing Europe 2015

Artikel veröffentlicht am 29. April 2015
Artikel veröffentlicht am 29. April 2015

Vom 23. - 28. April fand wieder das Crossing Europe statt, ein Filmfestival, das zeitgenössisches Autorenkino mitten in den Ursulinenhof nach Linz katapultiert. Cafébabel hat mit Urok (Bulgarien), A Blast (Griechenland) und Self-portrait of a Dutiful Daughter  (Rumänien) diesmal besonders die Weiblichkeit in Europa unter die Lupe genommen. Licht aus!

Urok–The Lesson (2014)/Kirstina Grozeva, Petar Valchanov

Der Thriller Urok erzählt die Geschichte der bulgarischen Lehrerin Nadezhda, die schon fast neurotisch versucht mehrere kleine Diebstähle innerhalb ihrer Klasse aufzuklären. Nade ist ehrlich und zuverlässig. Diese Werte möchte sie ihren Schülern und anderen Mitmenschen vermitteln. Als ihre Familie vor ernsthafte, existentielle Probleme gestellt wird, übernimmt sie schnell die Verantwortung. Nades beinahe krampfhafte Aufrichtigkeit macht sie zur perfekten Lehrerin. Ihre eigenen Überzeugungen werden durch die Bedrohung auf Probe gestellt. Schließlich lehrt die Realität sie, dass Lügen und Kriminalität zum Alltag des von Korruption gezeichneten Landes gehören und einen Weg heraus aus der Ohnmacht zeigen.

A Blast (2014)/Syllas Tzoumerkas

Maria, die Protagonistin in A Blast, lebt im von der Krise gezeichneten Griechenland. Ihr Mann arbeitet bei der Marine und sie hat sich zu Hause um die drei gemeinsamen Kinder zu kümmern. Mit zahlreichen Rückblenden wird zurückgespult und dem Gegenüber das Leben in der Vegangenheit gezeigt, das von Liebe und Fürsorge zeugt. Nun versucht Maria aus dem sich aufbrechendem, zersplitternden Leben in eine neue Unabhängigkeit zu entfliehen und muss dabei ihre Familie zurücklassen. Eindringlich intime Szenen und die Mischung aus Vor- und Rückblenden machen den Film zu einem spannenden Drama.

Autoportretul unei fete cuminti-Self-portrait of a Dutiful Daughter (2015)/Ana Lungu

Christina ist nach dem Auszug ihrer gutbürgerlichen Eltern aus der Wohnung in Bukarest auf sich allein gestellt. In neuer Unabhängigkeit sieht sie viel Freiheit Dinge zu tun, die sie bis dahin nicht konnte. Ihrer Emanzipation folgt Frustration, als sie erkennt, dass Freiheit und Individualismus auch Einsamkeit bedeuten. Die Regisseurin reinszeniert in dem Film frei ihre eigene Autobiografie. Ana Lungu erzählte in Interviews, dass die SChauspieler nicht nur Laiendarsteller, sondern auch ihre Eltern sind, die sich charakterlich in ihrem wahren Leben kaum von ihrer Rolle unterscheiden. Der Film beschreibt ein interessantes 'Dazwischen' aus Realität und Fiktion aus dem Leben einer rumänischen Studentin.

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