Frankreich: Ibrahim Maaloufs düstere Dystopie

Artikel veröffentlicht am 21. Dezember 2015
Artikel veröffentlicht am 21. Dezember 2015

Spätestens seit dem letzten Roman von Michel Houellebecq sind Politdystopien in Frankreich in Mode gekommen. Der franko-libanesische Trompeter, Ibrahim Maalouf, zeichnet im neuen Videoclip zu seinem Beyoncé-Cover 'Run The World (GIRLS)' eine stockfinstere Zukunft für Frankreich im Jahr 2027. Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber trotzdem.

Ibrahim Maalouf läutet die Alarmglocken. In seinem neuesten Videoclip 'Run The World (GIRLS)', den Regisseur Jérôme de Gerlache realisiert hat, entwirft der bekannte Trompeter einen faschistoiden Staat im Jahr 2027, in dem anders wirkende Menschen als Aussetzige gelten - festgelegt von einem sogenannten Herkunftsministerium. Am Ende winkt trotzdem ein Hoffnungsschimmer: Die etablierte Ordnung versöhnt sich mit der berauschenden Dissidenz. Trotz der unheimlichen Prophezeiung, färbt sich die Botschaft im Rhythmus der Trompetenklänge gen Ende immer optimistischer. Zivilgesellschaft und Menschlichkeit gewinnen die Oberhand gegenüber einer segregierten,  entarteten Gesellschaft.