Facebook: Deutsche verbieten 'I like' Button, Spanier wollen 'disliken'

Artikel veröffentlicht am 25. August 2011
Artikel veröffentlicht am 25. August 2011
Das Bundesland Schleswig Holstein verkündete kürzlich, dass der beliebte 'I like'-Button von Facebook aus Datenschutzgründen auf hiesigen Webseiten abgeschafft werden soll. Websites, die den Link nicht vor Ende September entfernt haben, müssen mit einer Strafe von bis zu 50 000 Euro rechnen. Zuerst schlugen allerdings die Spanier Alarm!

In Deutschland sagt man ‘Gefällt mir‘, doch meistens einschließt man sich für die englische Version ‚I like‘. Wie dem auch sei, nun haben wohl beide Versionen im deutschen Bundesland Schleswig Holstein ausgedient. Der Kieler Anwalt und Datenschutzexperte Thilo Weichert behauptet, dass wir es Facebook jedes Mal wenn wir auf den harmlosen Button klicken ermöglichen, eine Datenbank mit persönlichen User-Informationen zu erstellen – egal ob wir ein Profil haben oder nicht.

Vielleicht haben die Spanier mit ihren diversen Gruppen, die sich für einen ‚no me gusta‘ (‚dislike‘) Button einsetzen, Recht. Die Beziehungen der Europäer scheinen, was das Internet betrifft, zunehmend angespannt zu sein. Facebook ist nicht der einzige Anbieter, mit der die europäischen Autoritäten in Konflikt geraten. Anfang 2011 hatte Google bereits eine Entscheidung aus Madrid angefochten. Eine spanische Datenschutz-Agentur hatte sich dafür eingesetzt, dass Links zu Zeitungsartikeln, die persönliche Informationen über die spanischen Bürger enthalten, zu entfernen seien.

Deutschland und das Vereinigte Königreich scheinen diese Sorge zu teilen. Hier sind es aber die Bürger (und nicht die Regierung), die sich gegen Google Streetview auflehnen. Britische Reaktionen waren sogar äußerst aggressiv. Einwohner der wohlhabenden englischen Stadt Broughton verjagten das Google-Kamerateam aus Angst davor, der Web-Dienst könne Diebe anlocken. Der Schuss ging in den Ofen. Mit der Aktion kam es zu einer weitaus größeren Medienpräsenz, als die simplen ‚Streetview‘ Bilder selber hätten provozieren können.

Und Polen? Wird wohl nicht mehr allzu bald auf ‘lubie’ (den polnischen ‘I like’ Button) klicken. Anfang August zeigte der polnische Datenschutz seine dunkle Seite, als die polnische Staatsanwaltschaft den weißrussischen Autoritäten die Kontendaten des Menschenrechtaktivisten Alex Bialatski zuspielte. Der polnische Außenminister Radek Sikorski musste sich daraufhin via Twitter entschuldigen.

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